Sanierung in S-Mittel Bezirksbeirat vertagt Entscheidung über Lorenzstaffel

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Mittel für die Durchwegung der John-Cranko-Schule für eine Verschönerung der Lorenzstaffel umzuwidmen, kommt für den Bezirksbeirat Mitte nicht in Frage. Das Gremium will über Alternativen diskutieren.

Der Spielplatz an der Lorenzstaffel soll schöner werden. Doch die  Mittel aus der Stadtentwicklungspauschale  reichen derzeit nicht aus für die Erneuerung. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Spielplatz an der Lorenzstaffel soll schöner werden. Doch die Mittel aus der Stadtentwicklungspauschale reichen derzeit nicht aus für die Erneuerung. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

S-Mitte - Antje Sartorius hat sich redlich Mühe gegeben, die Bezirksbeiräte zu beeindrucken. Am Ende half es ihr wenig, die geplante Verschönerung der Lorenzstaffel so detailliert zu beschreiben. Das Gremium ging nicht auf ihren Vorschlag ein, wie die Sanierung finanziert werden könnte. Nun ist eine Entscheidung erst einmal vertagt.

Die Koordinatorin für die Stadtentwicklungspauschale (Step) saß gemeinsam mit dem Architekten Thomas Frank auf dem Podium bei der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Mitte im Rathaus. Beide stellten zunächst dar, wie das Beteiligungsverfahren für die Sanierung der Lorenzstaffel funktioniert hat.

Kinder machten Vorschläge

Kinder konnten sich bei einem Termin im Oktober vergangenen Jahres anschauen, welche Geräte auf dem Spielplatz an der Lorenzstaffel fehlen. Ein Klettergerüst oder ein Wasserspiel lauteten zum Beispiel die Antworten. Auch Erwachsene hatten im Rahmen des Verfahrens, die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge zu machen.

Die Ergebnisse flossen in einen Masterplan ein. Er sieht vor, dass es Sitzmöglichkeiten geben soll für jene, die das Treppensteigen ermüdet. Eine bessere Ausstattung der Spielflächen, wegbegleitende Spiele und Querungen an der Dannecker- und Alexanderstraße sind neben der Beseitigung von Mängeln an Belag, Treppen und Mauern angedacht.

Die Bauarbeiten könnten im Herbst dieses Jahres beginnen – sofern die dafür nötigen 300 000 Euro sowie 100 000 Euro für Nebenkosten bereit stehen. Die Koordinatorin für die Stadtentwicklungspauschale erklärte den Bezirksbeiräten, warum die vorhandenen Step-Mittel dafür nicht genügen.

Geld fehlt für die Umsetzung

Zum Zeitpunkt der Planungen sei mit einer Erhöhung der Step-Pauschale um 200 000 Euro für jeden der sechs Bezirke, die Mittel für die Stadtentwicklung erhalten, gerechnet worden erklärte Sartorius. Bei den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2018/2019 fiel die Erhöhung dann aber durch. Aus den vorhandenen Step-Mitteln für den Bezirk Mitte seien nach derzeitigem Stand nur 100 000 Euro für die Sanierung der Lorenzstaffel vorhanden, erläuterte die Koordinatorin.

Sie unterbreitete dem Gremium einen Vorschlag, der absehbar keine Chance auf Realisierung hatte. Der Bezirksbeirat sollte die veranschlagten 300 000 Euro für die derzeit unsichere Durchwegung der John-Cranko-Schule umwidmen, schlug sie vor.

Bezirksbeirat lehnt Vorschlag ab

Die Redebeiträge der Bezirksbeiräte nahmen das einstimmige Nein des Gremiums zu dieser Idee vorweg. „Wir sollten uns die Chance auf eine Durchwegung der John-Cranko-Schule nicht nehmen“, sagte Klaus Wenk von der CDU. Er bezeichnete den zwischen der Ballettschule und der Stadt umstrittenen Weg entlang des Neubaus als eine „neue Staffel“, die es zu unterstützen gelte. Ralph Schelle von der Fraktion SÖS/Linke-plus bezeichnete eine Umwidmung der Step-Mittel als ein falsches Zeichen. „Das würde so aussehen, als hätten wir aufgegeben“, sagte Schelle.

Das Gremium diskutierte, ob Geld aus anderen Step-Projekten in der Innenstadt für die Verschönerung der Lorenzstaffel herangezogen werden könnte. Denn einige Projekte harren ihrer Umsetzung. Am Ende der Debatte erfolgte die Entscheidung, ein Votum zu vertagen.

Es fehlt an Personal

Antje Sartorius nannte es bedauerlich, dass die Umsetzung einiger Step-Projekte nicht vorankomme. Das liege – anders als im Fall der Lorenzstaffel – weniger an mangelndem Geld, sondern an fehlendem Personal. „Mit ein oder zwei Stellen könnten wir einige Dinge schneller umsetzen“, sagte sie. Sartorius hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben: „Ich wünsche mir, dass die Kinder, die bei der Beteiligung an der Lorenzstaffel mitgemacht haben, auch noch von dem verschönerten Spielplatz profitieren können.“

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