Sanierung in Stuttgarter Schulen Böse Überraschung in Feuerbach

Von Wenke Böhm 

Eine Ferienüberraschung gab es an der Bachschule in Feuerbach. Dort steht nach dem Neubau nun die rund zwei Millionen Euro teure Sanierung des alten Schulgebäudes aus den 1970er Jahren an. Während der Deckenarbeiten stellten die Verantwortlichen fest, dass die Stützkonstruktion des Dachs nicht weit genug auf den tragenden Säulen auflag. Statt der geforderten zehn Zentimeter waren es nur fünf. „Es war einfach Pfusch beim Bau“, sagt Architekt Michael Schürmaier.

Der Statiker legte sofort ein Veto ein. 72 Stahlsäulen mussten eingezogen werden, die das Dach jetzt sichern. Obwohl alles wie am Schnürchen lief, hat das drei Wochen Zeit gekostet. Deshalb ist der knappe Zeitplan für die Renovierung der Fassade und des zweiten Stocks durcheinander geraten. Drei Klassen müssen nach den Ferien erst einmal ausweichen, drei andere werden zunächst in provisorisch hergerichteten Klassenräumen unterrichtet. „Wir müssen halt etwas zusammenrücken“, sagt Schulleiterin Silke Plaas. Nach sechs Wochen soll alles wieder im Lot sein. Der erste Stock wird im kommenden Sommer hergerichtet.

Streit um Liegewiese

Einige Schulen haben die Sanierung noch vor sich. So die Wagenburgschule. „Der Beton der Rippendecke ist zum Teil marode“, sagt Schulleiterin Petra Wagner. Gut hundert Jahre haben an dem Gebäudedenkmal, das vom Markthallen-Architekten Martin Elsaesser errichtet wurde, ihre Spuren hinterlassen. Die Elektrik muss erneuert werden, und viele Fenster schließen nicht mehr richtig. Zunächst versuchte die Stadt, in kleinen Schritten etwas zu verbessern. Nun arbeitet sie an einem umfassenden Konzept.

Das Problem: für die Bauzeit müssen Teile der Schule in Container umziehen. Eine Liegewiese gegenüber wäre laut Wagner der ideale Stellplatz für die Ausweichräume, doch eine Bürgerinitiative läuft Sturm dagegen. „Ich war schon betroffen, wie wenig sie die Belange der Schule berücksichtigt hat“, sagt Wagner. Nun muss im Herbst der Gemeinderat entscheiden.

Im Nachhinein ein Glücksfall

Dass sich die stressige Bauzeit lohnen kann, zeigt sich an den Schickhardt-Schulen in Heslach. Amtschefin Korn nennt sie als sehr gelungenes Beispiel für eine Sanierung, und auch der Leiter der Schickhardt-Realschule, Richard Haag, ist voll des Lobes. Die 12,5 Millionen Euro teure Sanierung tat Not. Einige Decken waren schon heruntergekommen, die Fenster „längst überfällig“, sagt Haag. Sein Fazit: „Im Nachhinein war das für uns ein Glücksfall.“ Jetzt sei alles neu, auch die Elektrik wurde gemacht. Besonders glücklich ist Haag über neue Fachräume wie das Musikzimmer.

Da das Schulverwaltungsamt schon 2010 das Tempo bei den Sanierungen erhöht habe, seien die größten Probleme bereits behoben, sagt Korn. Überraschungen bleiben trotzdem nicht aus. So sei der Wasserschaden in der Sporthalle Sillenbuch größer als zunächst gedacht. Sie müsse voraussichtlich bis Jahresende gesperrt werden. Betroffen ist davon etwa das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Sonst könne der Unterricht am Montag aber wohl überall wieder starten.

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