Sauberkeit in Zuffenhausen Kippen entsorgen soll Spaß machen

Von Bernd Zeyer 

In Zuffenhausen sind fünf Kippster aufgestellt worden. In den Metallboxen können Zigarettenstummel umweltbewusst entsorgt und dabei Fragen beantwortet werden.

Jugendliche der Volksmission haben sich Fragen für die Kippster ausgedacht. Foto: /privat
Jugendliche der Volksmission haben sich Fragen für die Kippster ausgedacht. Foto: /privat

Zuffenhausen - Jeder kennt sie, keiner mag sie: Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen gehören in Stuttgart zum täglichen Anblick. Fast überall liegen die Stummel herum, die eine Menge Giftstoffe enthalten. In Zuffenhausen könnte sich die Situation künftig bessern: Dort stehen jetzt fünf so genannte „Kippster“, in denen Zigarettenreste umweltbewusst entsorgt werden können.

„Die Behälter wurden positiv angenommen und sind gut gefüllt“, sagt die stellvertretende Bezirksvorsteherin Karin Buschkühl. Ursprünglich stammt die Idee von den Jugendlichen des Christlichen Zentrums Volksmission unter der Leitung von Willi Remel. Die jungen Leute haben sich auch die Fragen ausgedacht, die auf den Behältern aufgedruckt sind und die durch das Einwerfen der Kippe in eine von zwei möglichen Öffnungen beantwortet werden können: Schmecken Döner oder Spätzle besser, sind Geld oder Familie wichtiger, oder: „Willst Du mit dem Rauchen aufhören?“. Diese Fragen sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts, denn sie sollen Raucher überhaupt auf die Boxen aufmerksam machen.

Wer beim Kippen-Wegwerfen erwischt wird, muss über 100 Euro zahlen

„Wir hoffen, dass die Kippster dazu beitragen, dass in Zuffenhausen nicht mehr so viele Zigarettenstummel auf dem Boden landen“, sagt Buschkühl. Genaue Zahlen, wie viele aufgerauchte Zigaretten jährlich in Zuffenhausen oder in ganz Stuttgart entsorgt werden müssen, hat das Amt für Öffentliche Ordnung nicht. Bekannt ist allerdings, dass der städtische Vollzugsdienst in diesem Jahr bislang 44 Fälle von unerlaubtem Wegwerfen aufgerauchter Glimmstängel erfasst hat. Für die erwischten Sünder kann das relativ teuer werden: Seit dem 1. Dezember 2018 gilt in Baden-Württemberg ein neuer Bußgeldkatalog für Umweltsünden. Wer Kleinmüll wie Kippen, Kaugummis oder Pappbecher wegwirft, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss – je nach Gemeinde – empfindliche Strafen zahlen. In Stuttgart kostet das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln 75 Euro, dazu kommen noch 28,50 Euro Verwaltungsgebühren und Auslagen. Macht summa summarum 103,50 Euro.

Trotz ihrer geringen Größe sind Stummel schädlich für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO enthalten sie bis zu 7000 Chemikalien, von denen viele giftig und mindestens 50 krebserregend sind. Die Zahl der weltweit pro Jahr weggeworfenen Stummel wird auf 4,5 Billionen geschätzt.

In Zuffenhausen stehen jetzt fünf Kippster

In Zuffenhausen stehen die fünf Kippster beim Zehnthof, an der Bushaltestelle vor „Eis Olivier“, an der Haltestelle Kirchtalstraße, auf dem Bahnhofsvorplatz und am Busbahnhof. Auch in anderen Bezirken (Botnang, Feuerbach, Stuttgart-Mitte, Untertürkheim, Degerloch) und auf dem Cannstatter Wasen gibt es solche Boxen schon. Weitere Standorte werden momentan geprüft. Die Idee, Raucher dazu zu bringen, ihre Kippen in eine mit plakativen Fragen versehene Box zu werfen, stammt aus Großbritannien (Ballot Bin). Der Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart und Karle Recycling in Feuerbach haben den Grundgedanken weiterentwickelt, mit ins Boot kam der Botnanger Handwerksbetrieb Metallbau Freese, der die Behälter herstellt. Träger des Projektes ist der Verein Sicheres und Sauberes Stuttgart, an den sich Interessierte wenden können.

Die Zuffenhäuser Bezirksbeiräte haben das Projekt mit rund 3000 Euro aus ihrem Budget unterstützt. Die Standorte waren in Zusammenarbeit mit der Abfallwirtschaft festgelegt worden, die auch für die Leerung der Behälter zuständig ist.

Sonderthemen