Stuttgart - Die Bahnunternehmen Go Ahead und Deutsche Bahn machen sich gegenseitig dafür verantwortlich, dass Go Ahead Lokführer fehlen. Für Kunden des Regionalverkehrs in Richtung Norden des Landes bedeutet der Personalengpass, dass sie mit einem ausgedünnten Fahrplan zumindest bis zum Dreikönigstag leben müssen
Go-Ahead und Deutsche Bahn im Clinch
Am vergangenen Sonntag hat Go Ahead die Zuständigkeit für weitere Strecken im Land übernommen. Dazu gehört auch die Regional-Expresslinie 8, die Stuttgart mit Würzburg verbindet Das Bahnunternehmen setzt nun auf der Strecke kurzfristig einen Ferienfahrplan in Kraft, der von Samstag, 21. Dezember, bis einschließlich Montag, 6. Januar, gilt. Dem fallen einige Verbindungen ganz, andere zumindest teilweise zum Opfer.
Man bitte, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Grund dafür sei, dass Personalkapazitäten aus einer Kooperationsvereinbarung „erst verspätet zur Verfügung stehen.“ Das ist ein Hinweis darauf, dass Go Ahead nicht auf die Lokführer zurückgreifen kann, die man sich bei der Deutschen Bahn (DB) ausleihen wollte, nachdem die Gewinnung eigenen Personals zäh verlief. „Wir erfüllen diese Kooperation wie vorgesehen“, sagt ein Sprecher der DB. Allerdings habe Go Ahead kurzfristig den Wunsch nach anderen Einsatzorten für das Personal geäußert. Dies lasse sich nicht machen.
Land bittet Unternehmen zur Kasse
Das Land, in dessen Auftrag die Bahnen unterwegs sind, verweist darauf, dass den Bahnunternehmen weiter Neufahrzeuge fehlten, die die Hersteller nicht rechtzeitig geliefert hätten. Die Ersatzzüge böten nicht die gleiche Kapazität. Das führe „zu teilweise sehr stark ausgelasteten Zugfahrten, bei denen in einzelnen Fällen Reisende nicht mehr aufgenommen werden konnten“, erklärt ein Sprecher des Verkehrsministeriums. „In der Mitte der Woche kam es zu Zugausfällen wegen fehlender Lokführer“.
Go Ahead und das Land haben noch vor der Betriebsübernahme ein reduziertes Angebot auf den Strecken im Murr-, Rems- und Filstal beschlossen. Der Ferienfahrplan auf der Strecke nach Würzburg sei erst „im Nachgang der Nahverkehrsgesellschaft vorgelegt“ worden. „Um ungeplante Zugausfälle mit ihren negativen Auswirkungen für die Fahrgäste zu vermeiden, wurde dieses Vorgehen als bestmögliche Anpassung auch von Seiten des Landes bewertet, ohne aber auf eine Pönalisierung zu verzichten.“ Das heißt: Das Land wird das Unternehmen für die nicht erbrachte Leistung zur Kasse bitten.