Schlachthof Gärtringen Finanzierung für den Neubau steht jetzt

Seit September 2020 geschlossen: der Schlachthof in Gärtringen Foto: /Stefanie Schlecht

Nach massiven Tierschutz-Verstößen wurde der Gärtringer Schlachthof 2020 geschlossen. Seitdem planen die Verantwortlichen einen Neuanfang. Jetzt ist die Finanzierung für einen Neu- und Umbau in trockenen Tüchern.

Böblingen: Robert Krülle (rok)

Zwischenzeitlich war äußerst fraglich, ob es überhaupt so weit kommen würde: Doch jetzt steht die Finanzierung des neuen Schlachthofs in Gärtringen. Staatssekretärin Sabine Kurtz (CDU) aus Leonberg wird Anfang nächster Woche offiziell den Förderbescheid des Landes an die Schlachthof-Genossenschaft übergeben, wie das Landratsamt am Dienstag mitgeteilt hat.

 

Das Land fördert den Um- und Neubau demnach mit knapp vier Millionen Euro, der Landkreis Böblingen schießt bis zu 3,8 Millionen zu und sorgt zudem für weitere drei Millionen Euro per Kredit und vom Kreis Calw kommen 500 000 Euro. Damit kann die Schlachthof-Genossenschaft demnächst die letzten Planungsschritte angehen und die Ausschreibung starten. Somit bestünde die Hoffnung, dass im Jahr 2025 eröffnet wird.

Im August 2020 hatte eine Tierschutz-Organisation versteckte Videoaufnahmen aus dem Gärtringer Schlachthof veröffentlicht und massive Tierschutz-Verletzungen dokumentiert. Landrat Roland Bernhard ließ die Einrichtung schließen, einige Mitarbeiter wurden entlassen, der Schlachthof-Geschäftsführer verabschiedete sich zum Jahresende. In der Folge waren die Genossenschaft und der Landkreis bemüht, ein neues Konzept auf die Beine zu stellen.

Der Umbau zu einem Vorzeige-Schlachthof wurde schließlich auf rund 13 Millionen Euro taxiert – ein nicht zu stemmender Betrag. Zudem war Rottenburg als Kooperationspartner vorgesehen, doch in einem Bürgerentscheid stimmten die Rottenburger dafür, den maroden eigenen Schlachthof zu erhalten. Daraufhin prüften die Verantwortlichen noch einmal das Konzept und drückten die Kosten – „ohne am Tierwohl zu sparen“, wie betont wurde. Insbesondere Landrat Roland Bernhard blieb hartnäckig an dem Neubau-Projekt dran, er betonte stets die Bedeutung der regionalen Schlachtung.

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