Schlossplatz Technische Standortbestimmung

Yeliz Cagla (links) und Sarah Haide überprüfen an der GPS-Referenzplatte am Schlossplatz ihre genaue Position. Foto: Achim Zweygarth
Yeliz Cagla (links) und Sarah Haide überprüfen an der GPS-Referenzplatte am Schlossplatz ihre genaue Position. Foto: Achim Zweygarth

Eine GPS-Referenzplatte am Schlossplatz soll an die Städtepartnerschaft mit Straßburg erinnern.

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S-Mitte - Wer sich ein wenig verloren vorkommt und ganz genau wissen will wo er auf der Erde steht, der geht nun genau hier hin: auf den Schlossplatz, mittig am Rand der Rasenfläche, mit Blick auf das Neue Schloss, im Rücken den Königsbau. Dort gibt eine Messingplatte am Boden Auskunft über die exakte Position: 48° 46,715‘ N und 09° 10,721‘ E. Außerdem liegt er 248 Meter über Normalnull. Mit dieser sogenannten GPS-Referenzplatte will die Stadt an die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Straßburg erinnern als auch an die 25-jährige Ämterpartnerschaft zwischen dem Service de l’Information Geographique Strasbourg und dem Stuttgarter Stadtvermessungsamt. Außerdem soll sie Stuttgartern und Touristen die Möglichkeit bieten, die Positionsangaben ihrer Handys und Navigationsgeräte zu überprüfen.

GPS ist die Abkürzung für das Global Positioning System, das in den 1970er Jahren vom US-Militär entwickelt wurde. Dabei wird mit einem entsprechenden Gerät, das Signale von mehreren Satelliten empfängt, der exakte Standpunkt auf der Erde ermittelt, die mit den geografischen Koordinaten angegeben wird. Diese Technik wird von vielen modernen Handys und Smart-Phones sowie in Navigationsgeräten verwendet.

„Wir nutzen alle im beruflichen und privaten Alltag mobile Geräte mit GPS-Daten“, sagte Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer bei der Vorstellung der Platte. Doch Fachleute hätten ihr gesagt, dass diese Geräte die GPS-Daten nicht immer hundertprozentig ermitteln. Denn die Bestimmung des Punkts ist auch von der Lage, der Horizontlinie, der Tageszeit und dem Geräte-Modell abhängig. Gute GPS-Geräte können den Standpunkt bis auf drei Meter genau angeben, Handys haben eine Abweichung von bis zu 20 Metern. „Da ist es doch von Vorteil, wenn die Angaben des eigenen Geräts mit einem verlässlichen Referenzpunkt verglichen werden können.“ Dazu habe die Stadtverwaltung mit dem Schlossplatz eine leicht zugängliche und zugleich touristische Stelle ausgewählt.

Die Referenzplatte kann auch für die Geocacher interessant sein

Für den Straßburger Bürgermeister Jean-Louis Freyd ist die Freundschaft der beiden Städte nun „in festem Metall verankert“. Er warf auch einen Blick in die Zukunft, in der er die 3D-Technik auf dem Vormarsch sieht. „Sie wird bald in der Westentasche zu finden sein, wie es heute das GPS-System bereits ist.“ Von dieser Entwicklung dürfe man sich nicht überrollen lassen, so Freyd. Deswegen sei der Austausch zwischen den französischen und deutschen Vermessern wichtig.

Die Referenzplatte kann auch für die Geocacher interessant sein. Geocaching ist eine Art Schatzsuche, die ohne auf den Boden gemalte Pfeile auskommt. Die Teilnehmer ermitteln ihre Route nämlich mit Hilfe von GPS-Geräten. „Aber an der Referenzplatte gibt es keinen Schatz“, sagte Fezer. Allerdings sei die exakte Bestimmung der Koordinaten auch von einem großen Wert. Diese hat das Stadtvermessungsamt mit Hilfe eines sogenannten GPS-Rover vorgenommen, der mit dem Positionierungsdienst der deutschen Landvermessung „Sapos“ arbeitet und die Koordinate auf den Zentimeter genau bestimmen kann.

In der nächsten Zeit soll auch in Straßburg eine GPS-Referenzplatte gesetzt werden, ebenfalls als Symbol für die Städtepartnerschaft. Auf ihr werden dann natürlich nicht die Stuttgarter, sondern die Koordinaten der elsässischen Metropole eingeprägt werden. „Denn es geht ja nicht darum, dass die Straßburger uns in Stuttgart finden“, sagte Fezer.




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