Schmiden - Der Schreibtisch des Chefbüros im Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik in Schmiden ist leer geräumt. Aber es wird nicht lange dauern, bis sich hier wieder Papiere – und Aufgaben – stapeln. Am nächsten Donnerstag tritt Sina Maier, 28 Jahre, offiziell die Stelle als Standortmanagerin an.
Das Erste, was die neue Stützpunktleiterin auf dem Schreibtisch deponieren wird, ist ein weißes Mousepad, auf dem in schwarzer Schrift „Ich liebe Rhythmische Sportgymnastik“ steht, gekrönt von einem feuerroten Herzen. „Das habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen“, sagt Sina Maier, die in den vergangenen zwei Jahren in der Geschäftsstelle des Schwäbischen Turnerbunds (STB) im Fritz-Walter-Weg 19 gearbeitet hat. „Ich war unter anderem für Faustball und den Turngruppenwettstreit zuständig und habe den entsprechenden Gremien zugearbeitet, außerdem habe ich alles rund um die Starterlaubnisse, also quasi die Passverwaltung gemacht“, sagt die studierte Betriebswirtschaftlerin aus dem Oberndorfer Stadtteil Bochingen.
Die Sportgymnastik ist ihre Leidenschaft
Am Tag nachdem der STB die Stelle ausgeschrieben hatte, hat sich die ehemalige Wettkampfgymnastin vom TV Bochingen beworben. „Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln, und Sportgymnastik ist meine Leidenschaft“, sagt Sina Maier. Und die STB-Verantwortlichen fanden die Personallösung charmant. „Es war ein interner Wechsel“, sagt Michael Breuning, beim STB für den Spitzensport verantwortlich.
In den vergangenen Tagen hat sich Sina Maier, die seit vier Jahren in Stuttgart-Ost lebt, einige Male mit ihrer Vorgängerin in Schmiden getroffen. Kathrin Igel hat sie eingearbeitet, ihr Abläufe und Organisation erläutert. Den Stützpunkt zeigen musste sie ihrer Nachfolgerin nicht. Sina Maier kennt sich an ihrer neuen Wirkungsstätte schon ganz gut aus. Als Bundeskampfrichterin war sie unter anderem bei der 25. Auflage von „Gymnastik International“ am 9. März 2020 im Einsatz. „Ich habe auch schon für den TSV Schmiden bei Turnieren in Leverkusen und Berlin gerichtet“, sagt Sina Maier.
Sina Maier kommt wie Isabell Sawade aus Oberndorf
13 Jahre hat die neue Stützpunktleiterin Wettkampfgymnastik betrieben. „Ich war mal beim Deutschland-Cup dabei und bei Landesturnfesten. Aber die Ergebnisse sind wirklich nicht erwähnenswert“, sagt Sina Maier. Seit 2008 besitzt sie zudem die Lizenz als Übungsleiterin und unterstützt, wie auch ihre Mutter Andrea, das Training der Nachwuchsgymnastinnen des TV Bochingen. In Schmiden will die 28-Jährige zunächst Strukturen und Menschen kennenlernen. „Ich muss mir erst einen Überblick verschaffen“, sagt Sina Maier, die sich um die Organisation, das Management, das Personal und die Finanzen des Stützpunkts kümmern wird. Dass die Sommerferien vor der Tür stehen, in denen stets etwas Ruhe in den Trainingsbetrieb einkehrt, kommt ihr nicht ungelegen. Ebenso, dass Isabell Sawade, die Teamchefin für Rhythmische Sportgymnastik beim Deutschen Turner-Bund, wie sie auch aus Oberndorf kommt.
Den Schlüssel für den Haupteingang des Stützpunkts in Schmiden hat Sina Maier schon. Bald wird sie dann auch ihren noch völlig leeren Schreibtisch in Besitz nehmen und als Erstes das Mousepad mit dem feuerroten Herzen für die Rhythmische Sportgymnastik hinlegen.