Schnelles Internet Kreis Ludwigsburg hat bei der Glasfaser die Nase vorn

So sieht Glasfaser aus, die schnelles Internet bringt. Foto: red/Patrick Pleul

Das Zwischenziel, bis Ende des Jahres 2025 die Hälfe der Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen, liegt im Landkreis Ludwigsburg in greifbarer Nähe.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Der Glasfaser-Ausbau kommt im Landkreis Ludwigsburg so gut voran wie in sonst keinem Landkreis in der Region Stuttgart. Das berichtete der Geschäftsführer des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg, Viktor Kostic, in Korntal-Münchingen den Mitgliedern des Technikausschusses. Bis zum Jahr 2030 sollen 90 Prozent der Haushalte in der Region einen glasfaserbasierten, gigabitfähigen Internetzugang haben. Das Zwischenziel ist, bis Ende 2025 die Hälfte der Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen. „Dieses Ziel erreicht der Kreis Ludwigsburg wohl als einziger. Er ist richtig gut dabei“, sagte Viktor Kostic: Fast 40 Prozent seien geschafft. In Korntal-Münchingen, wo der Ausbau im September 2020 startete, liegt der Versorgungsgrad bei 60 bis 70 Prozent. Das Ausbaugebiet im Bestand umfasst hier mehr als 6000 Haushalte. Neubaugebiete hatten bereits Glasfaser. Um Kallenberg hatte sich Vodafone gekümmert.

 

Das Projekt beruht auf dem eigenwirtschaftlichen Ausbau durch vor allem die Telekom als „Ankerinvestor“ und Fördermitteln. 90 Prozent schießen Bund und Land zu, um auch die „weißen Flecken“ mit weniger als 30 Mbit pro Sekunde zu versorgen. Hier hatte Korntal-Münchingen den Zuschlag bekommen und trägt von den Kosten von zwei Millionen Euro ein Zehntel. Spätestens Ende 2027 sind alle weißen Flecken erschlossen.

Nachteile guter Versorgung

Beim Ausbau der „grauen Flecken“ – unterversorgte Gebiete mit weniger als 100 Mbit pro Sekunde – profitiert Korntal-Münchingen als eine von wenigen Kommunen von einer Finanzspritze. Die Stadt habe die Mittel „gerade noch so“ erhalten, berichtete Viktor Kostic. Im Oktober 2022 stoppte der Bund das Förderprogramm. Außerdem sei der Landkreis beziehungsweise die Region bereits „zu gut“ versorgt, weshalb es für die „grauen Flecken“ zunächst keine Förderzusage gab. Wegen der „recht guten Versorgung“ und weil Korntal-Münchingen über TV-Kabel verfügt, bekommt sie jedoch keine Förderung für „dunkelgraue Flecken“. Das sind unterversorgte Gebiete mit weniger als 1000 Mbit pro Sekunde. „Wir werden aber auch ohne diese Förderung alles ausbauen können“, betonte Viktor Kostic.

Insgesamt zeigte er sich froh, dass sich die „dramatische Entwicklung“ in der Baubranche „zum Glück“ nicht im Kreis Ludwigsburg auswirke: Wegen mangelnder Baukapazitäten läuft der Ausbau vielerorts schleppend. Allerdings gebe es Personalengpässe, und die Ausbaukosten hätten sich bald verdoppelt: Statt 60 Euro koste der laufende Meter nun 100 Euro.

Kritik an „unterirdisch geflickten“ Straßen und Wegen

Nach Ansicht von Paul Blank (Freie Wähler) habe sich die Qualität dafür halbiert: Wege würden nicht nur teilweise kurz hintereinander aufgerissen, sondern dann auch noch „unterirdisch geflickt“. Stefan Wolf, bei der Stadt zuständig für deren Entwicklung, erklärte dies mit unterschiedlichen Anbietern und mittlerweile anderen Anforderungen. Der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) sagte, man müsse vor den Arbeiten den Zustand der Straßen und Gehwege dokumentieren und danach bei Bedarf darauf bestehen, dass der Ursprungszustand wiederhergestellt wird.

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