Bei diesen Vorwürfen, dürfte es allen Eltern kalt den Rücken runter laufen. In einer katholischen Kindertagesstätte in Villingen-Schwenningen ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gegen eine pädagogische Fachkraft. Sie soll über einen längeren Zeitraum Kinder misshandelt haben.
Entsprechende Informationen unserer Redaktion hat das Polizeipräsidium Konstanz bestätigt. „Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Konstanz Ermittlungen werden wegen Verdachts der Körperverletzung in einer Kindertagesstätte im Bereich VS geführt“, erklärt Polizeisprecher Jörg Kluge.
Allerdings können die Ermittlungsbehörden bislang keine Details preisgeben. Kluge: „Nähere Informationen zum aktuellen Stand der Ermittlungen können wir aus ermittlungstechnischen Gründen derzeit noch nicht liefern.“
Körperliche und psychische Misshandlungen?
Wie unsere Redaktion aus dem Umfeld der Kindertagesstätte erfahren hat, soll die Tatverdächtige die Kinder sowohl psychisch als auch körperlich misshandelt haben, teilweise auch im Beisein von anderen Kindern. Zu sexuellen Übergriffen soll es nicht gekommen sein.
Bereits über einen längeren Zeitraum sollen weitere pädagogische Fachkräfte die Leitung darüber informiert haben, dass es zu Übergriffen gekommen sei. Maßnahmen seien allerdings, so heißt es gegenüber unserer Redaktion, zunächst keine getroffen worden. „Man hat den anderen Fachkräften offenbar nicht geglaubt“, heißt es zu den Vorwürfen.
Verantwortliche äußern sich in einem Elternbrief
Die zuständige katholische Verrechnungsstelle hat derweil vor wenigen Tagen die betroffenen Eltern über die Ermittlungen informiert. In einem Elternbrief, der unserer Redaktion vorliegt, heißt es, dass die Staatsanwaltschaft am vergangenen Donnerstag aufgrund der Ermittlungen gegen die pädagogischen Fachkraft „Unterlagen eingefordert“ hat.
Man nehme die Vorwürfe „sehr ernst“ und sei „jederzeit bereit, mit der Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung eng zusammen zu arbeiten“. In dem Elternbrief wird betont, dass die beschuldigte Person „bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt“ ist, es gelte jedoch zunächst die Unschuldsvermutung. Auch intern werde man den Vorwürfen nachgehen.
Elternabend zur Thematik ist geplant
Auf Anfrage unserer Redaktion äußert sich die Verrechnungsstelle, die mit der Kindergartengeschäftsstelle der Kindertageseinrichtung beauftragt ist, ähnlich lautend wie bereits im Elternbrief.
Auch hier werden aber, trotz expliziter Nachfrage, die Vorwürfe gegen die Kita-Leitung nicht thematisiert oder kommentiert. So heißt es lediglich, dass man die Eltern über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft informiert habe. Darüber hinaus sei in Kürze ein Elternabend zur Thematik geplant.