Schützengilde Diana Rutesheim Was aus Zusammenhalt entstehen kann

Von Holger Schmidt 

Ein Jahr nach dem Brand im Schützenhaus werden beim Oldtimer- und Schleppertreffen bei der Schützengilde Diana wieder tolle Autos bewundert. Doch es geht auch um Engagement, Ehrenamt und Zuversicht.

Schmuck: Sowohl die glänzenden Autos als auch das neu gebaute Vereinsheim beeindrucken die vielen Besucher. Foto: factum/Jürgen
Schmuck: Sowohl die glänzenden Autos als auch das neu gebaute Vereinsheim beeindrucken die vielen Besucher. Foto: factum/Jürgen

Rutesheim - Vom blitzenden Chrom amerikanischer Straßenkreuzer bis zum olivfarbenen Willys Jeep, vom knatternden Schlepper des Leonbergers Eberhard Schäfer, der stilecht mit Einkaufskörble vorfuhr, bis hin zur Feuerwehrdrehleiter aus den 60er Jahren und dazu manche Rarität aus der Produktion der heimischen Autohersteller Mercedes und Porsche – es war ein reges Kommen und Fahren am Sonntag beim sechsten Oldtimer- und Schleppertreffen der Schützengilde Diana Rutesheim. „Wir sind rundum offen für alles und jedermann“, freute sich Vereinsvorsitzender Willi Wendel über den regen Besuch der Freunde historischer Fahrzeuge mit vier und zwei Rädern und aller anderen Gäste am Schützenhaus in der Flachter Straße.

Vom „kleinen Feschtle“ zur Profi-Veranstaltung

Vor sechs Jahren kam Vereinsmitglied Volker Jahn, selbst passionierter Old­timer-Liebhaber und stolzer Besitzer unter anderem eines 123er-Mercedes, der Anfang der 80er Jahre mit seinen 123 PS als stärkster Turbo-Diesel der Welt galt, oder eines Normag F12B Zweitakt-Diesel-Schleppers aus dem Jahr 1952, auf die Idee solch eine Veranstaltung auch rund ums eigene Schützenhaus im Gewann Stockhau durchzuführen. Seitdem hat sich der Oldtimer- und Schleppertreff vom „kleinen Feschtle“ zur professionellen Veranstaltung entwickelt, am Sonntag zum ersten Mal bereichert auch um einen großen Flohmarktstand mit vielen der präsentierten Fahrzeuge im Miniatur­format. Schon Usus sind dagegen der ökumenische Gottesdienst zum Auftakt, das Weißwurstfrühstück, Brat- und Currywurst bis hin zu vielen von fleißigen Vereinsmitgliedern selbst gebackenen Kuchen, Schießwettbewerb und die musikalische Umrahmung durch den Musikverein Rutesheim.

Bilder vom vergangenen Juni. Foto: SDMG
Die Bierbänke und -tische hatten die Organisatoren wohlweislich am Waldrand aufgebaut. Denn Schattenplätze waren beim Traumsommerwetter des Sonntags heiß begehrt. Mit großer Hitze allerdings haben Willi Wendel und seine Mitstreiter in der Schützengilde Diana Rutesheim so ihre ganz besondere Erfahrung. Brannte doch im vergangenen Jahr das Schützenhaus komplett ab. Und das bereits zum zweiten Mal. „Pünktlich zum 40-jährigen Vereinsjubiläum vor 20 Jahren ist’s auch abgebrannt“, blickte Willi Wendel leicht konsterniert zurück. Selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Leonberg, dachte er beim Alarm am 14. Juni vergangenen Jahres zunächst nichts Böses. Und musste dann gemeinsam mit den anderen 150 Vereinsmitgliedern den nächsten Totalschaden des eigenen Vereinsdomizils hinnehmen. Die Ursache war zweimal die gleiche: Ein Siebenschläfer, der mit seinem Verbiss für einen Kurzschluss in der Elektrik sorgte.

Der Verein lebt!

Doch Wendel und viele fleißige Helfer ließen sich nicht unterkriegen. Schon die Teilnahme am Kinderferientag nur kurz darauf war ein deutliches Zeichen: Der Verein lebt! Seitdem haben rund 15 bis 20 Unermüdliche jeden Samstag von morgens bis fast Mitternacht mehr als 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um erst die Ruine des Schützenhauses abzubrechen, den Brandschutt zu entsorgen und dann wieder aufzubauen. „Außer dem Dach, der Fassade und der Elektrik haben wir alles selbst gemacht“, erklärte Willi Wendel stolz. Die gute Unterstützung der Stadt, ein Zuschuss vom Schützenverband und Spenden von rund 18 000 Euro leisteten weitere Beiträge, um den Schaden von rund 1,2 Millionen Euro zu limitieren.

Noch viel Eigenarbeit vor allem im Innenausbau ist allerdings notwendig, um alles wieder auf Vordermann zu bringen und die neuen noch strengeren Brandschutzauflagen zu erfüllen. Einer allerdings zeigt sich davon relativ wenig be­eindruckt: Der Siebenschläfer. „Sehen Sie hier die Löchle?“, deutete Willi Wendel auf frischen Fraß in der hölzernen Wandbeplankung an der Schießbahn. „Wir müssen wohl versuchen, ihn zu vergrämen“, so der Vereinsvorsitzende leicht resigniert.




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