Schul- und Ausbildungsabbrecher Warnsignal

22 Prozent der Berufsschüler schaffen ihren Ausbildungsabschluss nicht – so viele waren es noch nie. Foto: dpa/Stefan Sauer

Schon wegen des Fachkräftemangels ist es tragisch, dass gerade jetzt so viele Berufsschüler wie nie zuvor den Abschluss verfehlen, meint unsere Autorin Bärbel Krauß.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Das hat die Grünen-Kultusministerin Theresa Schopper sich denken können: Mit dem 300 Seiten starken Bildungsbericht bekommt sie einen Tag nach dem offiziellen Schuljahresende kein prächtiges, sondern ein eher flaues Zeugnis in die Hand gedrückt.

 

Solche Datensammlungen werfen in aller Regel Schlaglichter auf bereits bekannte Fakten. Aber sie liefern keine eigenständigen und detaillierten neuen Auswertungen. Dass Kinder mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten an den Schulen im Südwesten benachteiligt sind, ist so ein bekannter Fakt. Auch dass Geschlechterunterschiede in der Bildungskarriere nach wie vor eine Rolle spielen, zählt dazu, oder dass die Grundschüler beim Lesen, Schreiben und Rechnen abgerutscht sind.

Aufmerken sollte man aber bei Sachverhalten, die in der letzten Zeit nicht so im Zentrum der öffentlichen Debatte standen. Dazu gehören die stark gestiegene Abbrecherquote bei den Auszubildenden, die wachsende Zahl von Gymnasiasten, die das angestrebte Abitur verfehlt, und die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss. Sicher kann die Pandemie mit all ihren Einschränkungen für Schulbetrieb und Ausbildung diese Negativtrends zum Teil erklären. Aber da der Fachkräftemangel schon wegen der demografischen Entwicklung immer drängender zu werden verspricht, verdienen diese Themen mehr Aufmerksamkeit. Verschlechtern sollte sich die Lage keinesfalls.

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