Schulessen in neuer Mensa in Korntal-Münchingen Essen ist fertig!

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Die neue Mensa auf dem Schulgelände in Münchingen wird an diesem Dienstag, 20. November, eröffnet. Ein eingespieltes Team kocht jeden Tag für mehrere Hundert Kinder – nicht nur Spaghetti sind im Programm. Dazu gibt’s eine große Portion Sozialkompetenz.

Ein freundlicher Raum und viele Tische für je acht Kinder: Das Besteck wird am Tisch hergerichtet.Die Küche ist in Funktionsbereiche aufgeteilt. Rechts ist  die letzte Station – die Ausgabe. Foto: factum/Granville
Ein freundlicher Raum und viele Tische für je acht Kinder: Das Besteck wird am Tisch hergerichtet.Die Küche ist in Funktionsbereiche aufgeteilt. Rechts ist die letzte Station – die Ausgabe. Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen - An jedem Schultag ein frisches leckeres Mittagessen, das vor Ort gekocht wird – das gibt es jetzt in der neuen Mensa auf dem Schulgelände von Münchingen. An diesem Dienstag ist die offizielle Einweihung für geladene Gäste – für sie ist am Montag schon vorgekocht worden. Mit der Einweihung gehen Jahre der Überlegungen und Planungen und ein Provisorium zu Ende. Letztlich hat die neue Mensa knapp 3,6 Millionen Euro gekostet.

Der Bürgermeister im Bagger

Am 26. Juni 2017 setzte sich der Bürgermeister Joachim Wolf in den Bagger und bewegte ein Stück Erde. 17 Monate danach weiht er die Mensa ein. Wo diese steht, waren früher der Jugendtreff und der Musikverein jahrelang in Behelfsbauten untergebracht. Der Jugendtreff hat sein neues Quartier in der Strohgäuschule, die Musiker üben nebenan im Alten Schulhaus.

Lange Vorgeschichte

2006 beriet der Gemeinderat über ein städtebauliches Konzept für das Schulzentrum und die Buddenberghalle. 2009 sollte dort vieles neu gebaut werden: Mensa, Jugendtreff und ein Haus für den Musikverein. Knappe Finanzen dirigierten den Rotstift, etliche Planungs-, Diskussions- und Kürzungsschleifen wurden gedreht – auch weil sich die Anforderungen an die verschiedenen Schulen veränderten. Heraus kam weniger Fläche, die Küche zum Selbstkochen aber blieb. Im August 2016 beschloss der Gemeinderat den Bau der Mensa.

Schulleiter möchte gutes Essen

„Wir haben viele Kinder in der Kernzeit und im Hort, teilweise sind sie bis 17 Uhr da. Sie brauchen ein ordentliches Mittagessen.“ Wolfgang Werner, der Chef der Flattichschule, hat sich schon seit 24 Jahren als Lehrer an der Grund- und Werkrealschule dafür eingesetzt; Schulleiter ist er seit Kurzem. Seit einer Woche ist die neue Mensa in Betrieb. „Den Kindern schmeckt es viel besser als vorher“, berichtet er. Das jahrelange Mensa-Provisorium in der Buddenberghalle habe nicht mehr dem Standard entsprochen. Einst hätten einige Lehrer das Schul-Mittagessen unter eigener Regie begonnen. Er ist dabei gewesen.

Mensa ist mehr als ein Ort zum Essen

Die Mensa ist nicht nur der Ort, an dem gut 100 Schüler gleichzeitig essen können, und sie ist auch mehr als das ansprechende neue Gebäude auf dem Schulgelände. An einem schönen Ort könne man auch „ordentlich essen lernen“, meint der Pädagoge Werner zum Stichwort Sozialkompetenzen: „Lernen findet nicht nur in der Schule statt.“ Die Schüler hätten während eines Präventionsprogrammes auch die Themen Essen und Ernährung, berichtet er. Auf seiner Agenda steht übrigens eine „Arbeitsgemeinschaft Kochen“ – die Schule verfüge ja über eine Lehrküche. Da biete sich die AG an, zusammen mit einem örtlichen Verein.

In der Küche wird gewirbelt

„Wir haben eine tolle Küche bekommen“, sagt die Betriebsleiterin Regina Beilhardt, während drei ihrer Kolleginnen Fleischküchle formen, Zucchini hacken, Hähnchenrahmgulasch zubereiten oder Maracuja-Mango-Creme rühren. Mitten am Vormittag ist ordentlich zu tun. Die Frauen müssen auch die neuen Geräte kennenlernen. „Es ist alles noch fremd“, sagt Beilhardt. In der Küche ist alles vorhanden, um 350 Essen am Tag zubereiten zu können. Eine Fünfte deckt derweil die Tische ein; in zwei Stunden kommen die Kinder.

In einem nächsten Schritt wird auch für die Kinder der Kita Sportnest auf dem Gelände gekocht, und für die Kinder der Münchinger Kindergärten soll von Januar an hier das Essen zubereitet werden. „Wir kriegen das hin“, meint Regina Beilhardt.