Noch gibt es die Offene Schule Stuttgart nicht. Aber Petra Laßmann, eine der beiden Vorstände im siebenköpfigen Gründungsteam, hat hochfliegende Pläne: Begonnen werden soll zunächst mit einer jahrgangsübergreifenden Grundschulklasse. Wo, sei noch unklar. „Vier Räume würden schon reichen – erst mal“, meint die Mutter von vier erwachsenen Kindern und zwei Enkelkindern, die Politikwissenschaften studiert hat, im Bundesverband der Freien Alternativschulen Gründungsberatung gemacht und sich lange an der Freien Aktiven Schule engagiert hat. Doch das Konzept, das ihr und ihrem Gründungsteam vorschwebt, unterscheide sich in einigen Punkten davon.
„Wir wollen einen Lernort schaffen, an dem die Kinder und Jugendlichen ihre komplette Schulpflicht erfüllen können“, sagt Laßmann. Geplant sei perspektivisch eine Gemeinschaftsschule mit Abschlüssen bis zum Abitur. Vorzugsweise in der Innenstadt, zum Beispiel auf einem gemischten Areal wie etwa dem EnBW-Areal im Stuttgarter Osten. Zu den Besonderheiten des Konzepts gehöre der sogenannte Co-Learning-Space: Das bedeutet, die Schulräume sollen am Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien „geöffnet für alle sein, die lernen wollen“. Oder für die, die Werkstätten benutzen wollen. „Uns reicht es schon, wenn Kinder zuschauen dürfen, dass sie Erwachsene erleben im Tätigsein“, so Laßmann. Träger sei eine Genossenschaft, in der jeder Mitglied werden und mitgestalten könne, auch Firmen. „Wir hoffen auf Sponsoring und Genossenschaftsmitglieder“, erklärt die Gründerin. Zum Start setze man eine Schulgebühr von 160 Euro plus-minus an.
Geboten wird ein offener Ganztag von 8 oder 9 bis 14 oder 17 Uhr. Inhaltlich gebe es drei Schwerpunkte: erstens informatorische Bildung „von der Ampel bis zum PC“ bis hin zu kleinen Programmiereinheiten; zweitens Künste und Handwerk zur Förderung der Kreativität; drittens „viel Zeit für Unternehmertum“, etwa Schülerfirmen. Natürlich sollen die Kinder auch lesen, schreiben, rechnen lernen. „Spiel wird die Hauptlernform in der Grundschule sein“, sagt Laßmann. Sie ist zuversichtlich, dass sich bis zum Herbst die Räume dafür finden – und das Personal. „Wir werden eine Mischung haben aus Lehrern und Lebenskünstlern.“ Einige Vormerkungen gebe es schon.
Träger der Schule ist eine Genossenschaft
Laut Regierungspräsidium hatte Laßmann bereits für das Schuljahr 2021/22 einen Antrag auf Genehmigung der privaten Grundschule gestellt. Allerdings seien die notwendigen Unterlagen bis zum Schulstart nicht vorgelegt worden. Ein erneuter Antrag liege dem RP bisher nicht vor. Ohne Genehmigung sei der Betrieb aber nicht möglich.
Weitere Infos und das ausführliche Konzept finden sich unter: www.offene-schule-stuttgart.de