Schuljahresende in Baden-Württemberg Theresa Schopper zieht Bilanz

Kultusministerin Theresa Schopper Foto: dpa/Christoph Schmidt

Am letzten Schultag zieht Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper eine kurze Bilanz zum Schuljahr: Welche Probleme bleiben und welche bewältigt sind.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)

Für 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche sowie rund 120 000 Lehrkräfte in Baden-Württemberg beginnen an diesem Donnerstag die Sommerferien. „Das letzte Schuljahr war anstrengend. Ich bin froh über die große Pause für alle“, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in Stuttgart. „Das ist jetzt für viele hoffentlich eine Chance, dass der Kopf auch mal richtig durchgeblasen wird.“

 

Mit Corona sind die Schulen durch

Schopper zeigte sich erleichtert, dass die 4500 Schulen im Südwesten die Coronazeit im abgelaufenen Schuljahr im Wesentlichen hätten hinter sich lassen können. Zwar hätten einige Schülerinnen und Schüler die Pandemie emotional und psychisch noch nicht vollständig bewältigt, aber im Großen und Ganzen „haben wir das hinbekommen“.

Die größten Herausforderungen aus dem vorigen Jahr werden die Schulen und die verantwortliche Ministerin aber auch im neuen Schuljahr begleiten. Nicht nur bleibt die Versorgung mit Lehrkräften angespannt. Hinzu kommt, dass die Unterrichtsangebote für geflüchtete Schüler eine große Herausforderung bleiben werden. Unterrichtet wurden nach Schoppers Angaben zuletzt mehr als 50 000 geflüchtete Schülerinnen und Schüler an den Schulen – darunter rund 32 000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine. Die Prognosen gingen von weiter wachsenden Zahlen für das kommende Schuljahr aus.

Mehr als 50 000 geflüchtete Schüler

Um dem Lehrermangel etwas entgegensetzen und den Wünschen vieler Studierenden nach einer besseren Verzahnung von Theorie und Praxis im Studium besser entsprechen zu können, startet die grün-schwarze Landesregierung ein Pilotprojekt für ein duales Lehramtsstudium, das Schopper gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) präsentierte. Allerdings startet das Projekt erst im Wintersemester 2024/25 mit sechzig Plätzen. Es wendet sich an Bachelorabsolventen naturwissenschaftlicher Fächer. „Durch die starke Praxisnähe, die Vergütung bereits im Studium und die Verkürzung der Ausbildungsdauer wollen wir das Lehramt für noch mehr Studierende interessant und attraktiv machen“, sagte Schopper.

Mit Blick auf den Ausbau der Digitalisierung kündigte Schopper an, gegenüber Berlin auf eine Fortführung des Digitalpakts zu dringen. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat aufgrund des Spardrucks innerhalb der Bundesregierung angekündigt, dass die Länder im kommenden Jahr keine Mittel aus dem Digitalpakt zu erwarten haben. „2024 gibt es schon mal kein Geld. Für 2025 muss man noch einmal Gas geben“, forderte Schopper. Über Wartung und Administration von Digitalgeräten an Schulen führe sie Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden.

Pilotprojekt für duales Lehrerstudium

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