Schulzentrum Gerlingen Schulmensa soll am roten Platz entstehen

Die Fläche der geplanten Mensa (blau) im Gerlinger Schulzentrum neben dem sogenannten roten Platz Foto: Wulf Architekten

Gemeinderat einigt sich nach langer Diskussion auf einen Standort und bekräftigt Kostendeckelung von fünf Millionen Euro

Das Ringen im Gemeinderat und der Stadtverwaltung um den Standort der geplanten Mensa im Gerlinger Schulzentrum hat eine Ende. Nachdem zunächst sechs potenzielle Standorte durch die Stadtverwaltung geprüft worden waren, soll die Mensa nun an einem siebten Standort entstehen: neben dem sogenannten roten Platz.

 

Es war der sprichwörtliche gordische Knoten, der am vergangenen Mittwoch im Gemeinderat letztlich durchschlagen wurde. Die Vorsitzende der Fraktion Junge Gerlinger, Judith Stürmer, betonte, dass die Diskussionen um den Standort zwischenzeitlich „verfahren“ war.

Während die Stadt aus den ersten sechs Vorschlägen aufgrund des zu zunächst ermittelten Flächenbedarfs nur die beiden Standorte hinter dem Rathaus und neben der Realschule als geeignet beurteilte, hatten sich zahlreiche Gemeinderatsmitglieder vehement für eine Aufstockung der Stadthalle stark gemacht. Den Vorschlag lehnte die Verwaltung jedoch nachdrücklich ab.

Schallschutz zum angrenzenden Wohngebiet

Bemerkenswert: Der letztendlich nun gefundene Standort neben dem sogenannten roten Platz, eine Fläche, auf der bereits der Interimsbau der Realschule stand, kam am Ende aus der Mitte des Gemeinderats: Mit einem entsprechenden Antrag hatten Anfang November Freie Wähler und CDU die neue Standortvariante ins Spiel gebracht.

Mit einer Programmfläche von 705 Quadratmetern soll hier nun bis 2027 angrenzend an die Nordwestseite des roten Platzes ein schmaler und länglicher Baukörper entstehen. Er erzeugt, nach Ansicht der Stadtverwaltung, mit seiner zentralen Lage einen „Schulcampus, der alle Schulen räumlich und funktional miteinander verbindet“. Gleichzeitig entstehe durch das Bauwerk eine Schallschutzbarriere zum angrenzenden Wohngebiet.

Hintergrund des Mensabaus ist der künftig zu erwartende Mehrbedarf an Mittagessen für Schüler. Ab dem Schuljahresbeginn 2026 gilt der gesetzliche Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung an den Grundschulen. Die Stadt rechnet damit, dass künftig 350 bis 450 Mittagessen in der Mensa angeboten werden müssen. Die Essen sollen in einem Zweischichtbetrieb ausgegeben werden, sodass derzeit von einem Platzbedarf von rund 200 Sitzplätzen ausgegangen wird.

Mehrbedarf an Mittagessen für Schüler

Ob dies auch in weiterer Zukunft genügt, steht derzeit noch in den Sternen. Der voraussichtlich zweigeschossige Bau soll deshalb von vornherein so konzipiert werden, dass eine Erweiterung möglich ist. Zudem soll die Mensa künftig auch für andere Veranstaltungen eingeschränkt nutzbar sein.

Der Gemeinderat sprach sich in der Sitzung zudem dafür aus, das die Mensa in einem „klimapositiven Gebäude“ untergebracht sein soll. Stadtrat Björn Maier (Grüne) forderte von der Stadtverwaltung „mehr Mut zu innovativen Lösungen und mehr Nachhaltigkeit beim Bauen“. Gleichzeitig bekräftigte das Gremium mit dem nun einstimmig gefassten erweiterten Projektbeschluss die vorgesehene Kostendeckelung von fünf Millionen Euro für den Neubau.

Stadtrat Christian Haag (CDU) unterstrich, dass seine Fraktion einen Blick darauf behalten werde, die Kostengrenze einzuhalten. „Es muss ein Zeichen nach außen sein, dass Kostentreue beim öffentlichen Bauen möglich ist.“

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