Schwäbisch Gmünd Stadt lehnt "Bud-Spencer-Tunnel" ab

Italo-Western-Star Carlo Pedersoli, alias Bud Spencer, sollte Namensgeber für einen Tunnel in Schwäbisch Gmünd werden. Stattdessen... Foto: dpa 4 Bilder
Italo-Western-Star Carlo Pedersoli, alias Bud Spencer, sollte Namensgeber für einen Tunnel in Schwäbisch Gmünd werden. Stattdessen... Foto: dpa

Zehntausende wollen, dass der Tunnel in Schwäbisch Gmünd den Namen Bud Spencer trägt. Der Gemeinderat macht einen anderen Vorschlag.

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Schwäbisch Gmünd - Es sah am Mittwochnachmittag in Schwäbisch Gmünd ein bisschen nach Weltpolitik aus. Dafür waren sie extra ins Kongresszentrum gezogen. Der Sitzungssaal im Rathaus wäre für die Gemeinderatssitzung und das riesige Medieninteresse einfach viel zu klein gewesen. Und für große Entscheidungen braucht man nun mal auch den passenden Rahmen. Auf die linke Seite der Bühne haben sie also eine Europaflagge gehängt, auf die rechte das Stadtwappen, in der Mitte läuft eine Powerpoint-Präsentation zur Landesgartenschau 2014. Mutmaßlich wäre das die nächste Gelegenheit für Gmünd gewesen, berühmt zu werden. Aber dann kam alles ganz anders.

Über einen Namen für den neuen Tunnel der lang ersehnten Orstumgehung B 29 ließ die Stadt bis Dienstag im Internet abstimmen. Aus der Bevölkerung kamen allerlei Vorschläge, darunter „Gmünder Zubringerle“, „Turbo Tunnel XXL“ und eben auch: „Bud Spencer Tunnel“. Auf Facebook wuchs schnell eine Unterstützer-Gemeinde an, welche die Bevölkerungszahl Schwäbisch Gmünds deutlich übertraf. Die Botschaft war klar: Stimmt für Bud Spencer! Und das konnte tatsächlich jeder machen, nicht nur die Bürger aus Schwäbisch Gmünd, die es betrifft.

114.542 Stimmen für Bud Spencer

Was dann passierte, nennen sie in der Gemeinderatssitzung abwechselnd „Tsunami“ oder „kostenloses Marketing“. Im Internet und in Zeitungen, im Radio und im Fernsehen wurde über den Tunnel berichtet. Blieb die Frage: Wie geht die Stadt mit dem Votum aus dem Internet um? Nur darum ging es am Mittwoch.

Als bindend war die Abstimmung nie vorgesehen gewesen, was bei der technischen Umsetzung - mehrfache Stimmabgaben waren kein Problem - auch ein Witz gewesen wäre. 114.542 Stimmen gab es am Ende für Bud Spencer. Klarer Favorit vor Erwin-Rommel-Tunnel und Nei-Naus-Tunnel. Die Gemeinderäte feierten den Rummel entweder als Gag oder als Demokratie-Experiment. Mit Gmünd als Pilotstadt für Deutschland. Mindestens.

Am Ende hatte der Bud-Spencer-Tunnel keine Chance. Aber eine breite Mehrheit stimmte dafür, das Freibad im Schießtal in umzutaufen, in "Bud Spencer Bad". Schließlich war der Schauspieler Carlo Pedersoli in den Fünfzigern hier tatsächlich mal als Leistungssportler geschwommen. Und ein Terence-Hill-Freibad gibt es ja schon. In Lommatzsch.

Update 17.50 Uhr: Bud Spencer, alias Carlo Pedersoli, hat sich über seinen Buchverlag schon zur Entscheidung in Schwäbisch Gmünd geäußert. Ihm sei es lieber, dass ein Freibad nach ihm benannt werde als ein Tunnel.

Stimmenabgaben für die vorgeschlagenen Namen:

1. Bud Spencer Tunnel, 114.542 Stimmen

2. Erwin-Rommel-Tunnel, 1101 Stimmen

3. Nei-Naus-Tunnel 892 Stimmen

4. Einhorntunnel (in verschiedenen Schreibweisen) 730 Stimmen

5. Turbo Tunnel XXL 709 Stimmen

6. Salvator Tunnel (verschiedene Schreibweisen),  413 Stimmen

7. Staufer Tunnel (verschiedene Schreibweisen), 347 Stimmen

8. Gmünder Loch/Gmendr Löchle, 211 Stimmel

9. Gmünder Tunnel (verschiedene Schreibweisen), 194 Stimmen

10. Barbarossa-Tunnel, 148 Stimmen

Auf Platz 14 landete der Jogi-Löw-Tunnel.

Unser Twitter-Protokoll der Gemeinderatssitzung:

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