Wer zurzeit der Burg Kalteneck in Holzgerlingen einen Besuch abstattet, der muss sich darauf einstellen, mit Argusaugen bewacht zu werden. Der Schwan Hänsel bewacht nämlich pflichtschuldig das Nest, in dem seine Herzensdame Gretel Eier ausbrütet.
Nachdem die Liebesgeschichte der beiden im vergangenen Jahr mit einer Anzeige der Stadt Holzgerlingen ihren Anfang genommen hat, kommt nun bereits der Nachwuchs. Damals machte sich die Verwaltung auf die Suche nach einer Partnerin für den vier Jahre alten Schwan, weil keine Schwänin weit und breit den Weg zur Burg Kalteneck – die Hänsel sein zu Hause nennt – gefunden hatte.
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Obwohl Gretel noch relativ jung ist und die Gemeinde in diesem Jahr gar nicht mit Nachwuchs gerechnet hat, befinden sich fünf Eier im Nest. Als der Hausmeister der Burg Kalteneck, Arthur Braun, bemerkte, dass die beiden mit einzelnen Ästen versuchten, ein Nest zu bauen, half er etwas nach: Mit einigen Zweigen legte er das „Fundament“ für die Kinderstube, sodass Hänsel und Gretel nur noch mit Efeu etwas nachhelfen mussten. Pünktlich zu Ostern seien die Eier dann im Nest gelegen, erzählt der Holzgerlinger Hauptamtsleiter Jan Stäbler. In rund einem Monat könnte es soweit sein, dass die Bürgerinnen und Bürger auf dem Burgsee Hänsel Junior oder Gretel II. zu Gesicht bekommen.
Auch wenn das junge Familienglück wohl ein paar Besucher anlocken könnte, bittet die Stadtverwaltung darum, sich in dem Bereich so leise und behutsam wie möglich zu verhalten, damit Gretel von ihrem Brutplatz nicht verscheucht wird.