Schwimmen Die Schließung des Bades wirkt noch nach

Von Nathalie Mainka 

Die Wasserfreunde haben Nachwuchsprobleme, weil sie zwei Jahre auf ihre Trainingsstätte verzichten mussten. Trotzdem schaffen die Frauen den Klassenerhalt in der Württembergliga. Die Männer feiern den Wiederaufstieg in diese Klasse.

Studienbedingt          müssen die Wasserfreunde       auf einige  erfahrene     Schwimmerinnen   – wie   hier   Melanie Ansel  –    verzichten. Foto: Andreas Gorr
Studienbedingt müssen die Wasserfreunde auf einige erfahrene Schwimmerinnen – wie hier Melanie Ansel – verzichten. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Gute Aussichten für die Schwimmer der Wasserfreunde Leonberg. Die Frauenmannschaft hat bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften zu Hause im Hallenbad des Sportzentrums – parallel fanden Wettkämpfe in Neckarsulm statt – den achten Rang erkämpft und damit den Klassenerhalt in der Württembergliga unter Dach und Fach gebracht. Die Männer kämpften sich mit ihrem zweiten Platz in der Bezirksliga zurück in die Württembergliga. Aus dieser waren sie in der vergangenen Saison als Tabellenachter unglücklich abgestiegen.

Für Phan Lam Huynh, technischer Leiter der Wasserfreunde, wurde damit das Optimum, das momentan möglich ist, erreicht. „Wir haben in allen unseren Gruppe weniger Schwimmer als früher, da spüren wir jetzt die Hallenbadschließung.“ Von Mitte des Jahres 2011 an bis Ende 2013 mussten die Wasserfreunde auf Grund einer Rundum-Sanierung mehr als zwei Jahre auf ihre Schwimmstätte verzichten. „In dieser Zeit konnten wir keine Nachwuchsarbeit leisten oder Talente fördern, und diese Jahrgänge fehlen uns jetzt“, sagt Huynh. Und die älteren Schwimmer, die bislang den Kader der Leistungsgruppe verstärkten, fallen jetzt weg.

Der Trainingsaufwand wird zu groß

Einige wie Melanie Ansel, Fiona Kälbel oder Jana Zierler studieren. Andere wie Nhu Quynh Huynh oder Sarah Ziegler konzentrieren sich auf ihre neue Aufgabe als Trainer. Sie können den Aufwand von vier Einheiten pro Woche zeitlich nicht mehr leisten. Sie springen bei personellen Engpässen – wie jetzt am Wochenende – ein.

Jetzt rücken die Jüngeren nach. Eine ähnliche Entwicklung gibt es derzeit auch bei den Männern. Phan Lam Huynh hat allerdings auch einen Trend festgestellt, dass die Kinder grundsätzlich nicht mehr bereit seien, so viel in den Leistungssport zu investieren. „Da stecken natürlich auch die Eltern dahinter, ihnen reicht es, wenn die Kinder schwimmen lernen und sich einmal pro Woche auf Breitensportniveau im Wasser bewegen. Der Terminkalender der jungen Generation ist eh schon proppenvoll. “ So schafft es dann nur ein erlesener Kreis in den Leistungskader. Tim Meyer, der Trainer beide Leistungsteams, musste vor den Mannschaftsmeisterschaften in Leonberg kräftig jonglieren.

Maximal vier Starts pro Schwimmerin

Auf Grund von Krankheit und eines Skiunfalls holte er kurzfristig Fiona Kelbel und das zwölfjährige Nesthäkchen Maxi Dempf ins Boot. Sie erfuhren erst am Samstag von ihrem Einsatz am Sonntag. Zu neunt traten sie also gegen die SG Neckar-Enz, SSV Ulm II, SV Schwäbisch Gmünd und TSV Bad Saulgau an. Jede Mannschaft hatte zweimal 13 Disziplinen zu absolvieren. Eine Schwimmerin durfte maximal viermal ins Wasser. Für jede erreichte Zeit gab es die entsprechenden Punkte, die am Ende alle in den Mannschaftspool flossen. Die Männer mussten nachmittags in der Bezirksliga nur dem TSV Neustadt den Vortritt lassen. Selbst Tim Meyer sprang nochmals ins Wasser – und leistete seinen Beitrag zum Aufstieg.