Schwippepokal in Dagersheim Veraltete Technik bremst Schwimmturnier aus
Der Schwippepokal gehört für die Schwimmer in der Region fest in den Kalender. Nun darf er im ersten Jahr nach Corona wieder nicht stattfinden. Woran liegt die Absage?
Der Schwippepokal gehört für die Schwimmer in der Region fest in den Kalender. Nun darf er im ersten Jahr nach Corona wieder nicht stattfinden. Woran liegt die Absage?
In genau einer Woche wäre es eigentlich nach der pandemiebedingten Pause wieder soweit gewesen: Hunderte Schwimmerinnen und Schwimmer hätten im Rappenbaum-Hallenbad um den Schwippepokal gekämpft. Doch daraus wird auch in diesem Jahr nichts.
Nur ist dieses Mal nicht Corona der Grund. „Wir hatten schon alles geplant, und neben dem Bad auch die Sporthalle reserviert“, erzählt Uwe Bluthardt, stellvertretender Abteilungsleiter Schwimmen im TSV Dagersheim. Dann habe es eine Nachricht von der Stadt Böblingen gegeben, die das Bad zusammen mit der Stadt Sindelfingen in einem Zweckverband trägt. „Darin stand sinngemäß, dass die Gefahr besteht, dass die Filteranlage kaputt geht, wenn wir unser Turnier abhalten“, so Bluthardt.
Die Stadt bestätigt die Aussage. „Hintergrund ist hier die inzwischen 50 Jahre alte Technik des Bades, die durch die Großveranstaltung zu sehr ,gestresst’ werden könnte“, wie die Böblinger Pressestelle auf Anfrage schreibt. Die Entscheidung sei allerdings im Einvernehmen mit Schwimm-Abteilungsleiterin Irina Röllig getroffen worden.
Ziel sei die „Absicherung für den Alltagsbetrieb des Rappenbaum-Bades“. Man sei der Schwimmabteilung dankbar. Schon in den Jahren vor der Pandemie habe es geheißen, dass an der Filteranlage etwas passieren müsse, weiß Uwe Bluthardt. Offenbar gebe es für die alte Technik keine Ersatzteile mehr. „Man wird wohl keinen Techniker mehr finden, der zum Beispiel die Platten mit den Schaltelementen löten kann“, sagt er.
„Wir legen unsere Hoffnung darauf, dass das Schwimmbad saniert werden könnte. Immerhin stellt der Bund ja fast 3,2 Millionen Euro dafür zur Verfügung.“ Gerüchteweise würde man aber mittlerweile hören, dass die Stadt Sindelfingen sich gegen eine Sanierung stellen würde. Die Stadt Sindelfingen wehrt sich gegen diese Darstellung: „Das Gerücht ist nur ein Gerücht und daher unzutreffend“, sagt Sindelfingens Pressesprecherin Sophia Mehmeti. „Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 20. Juli 2021 der Aufnahme von Mitteln in den Haushalt des Zweckverbandes zur Planung der Generalsanierung des Bades zugestimmt.“
Obwohl die Probleme mit den Filtern bekannt sind, war die Absage des Schwippepokals ein Schock für Uwe Bluthardt. In diesem Jahr wäre der Pokal zum 19. Mal ausgetragen worden. Bei der bisher letzten Auflage 2019 hätten 152 Schwimmerinnen und Schwimmer und 22 Vereine teilgenommen. „Das Turnier war ein fester Punkt im Kalender“, sagt Bluthardt. Sogar Schwimmer aus den USA und Italien hätte es gegeben, die zufällig gerade in der Gegend Urlaub gemacht hätten.
Der Verein, der aktuell 394 Mitglieder in der Schwimmabteilung hat – Zwei Drittel Kinder und Jugendliche – will nun darüber nachdenken, das Turnier im Herbst abzuhalten – unter anderem Namen. Nur wo? „In der Umgebung gibt es ja bald kein Hallenbad mehr, das noch existent ist“, klagt Bluthardt.