Die gute Sache leistete einen Beitrag zum ressourcenschonenden Umgang mit Papier längst bevor Nachhaltigkeit in aller Munde war, findet Sonja Hollandt und er sei von Anfang an von der Bevölkerung gut angenommen worden. Seither sind eine Menge Alternativen wie Bücherzellen, -schränke oder -scheunen in die Welt gekommen, die keine Konkurrenz darstellten, sondern das Themengebiet eher erweiterten. Das zeige schließlich die gute Bilanz von „Bücher tun Gutes“, die in Vor-Corona-Zeiten bei einem Umsatz von mehr als 30 000 Euro lag. Im Jahr 2020 habe man lediglich zehn Prozent eingebüßt, was immer noch beachtlich sei in Anbetracht des geringen Verkaufspreises der Medien.
Soziale und kulturelle Projekte werden mit dem Geld unterstützt
Mit dem eingenommenen Geld werden lokale soziale und kulturelle Projekte unterstützt. „Letztes Jahr kamen verstärkt Kinder zu uns, das brachte uns auf eine neue Idee,den Fokus auf die junge Generation zu legen“, erzählt Sonja Hollandt. Mit „Bücher tun Gutes-Family“ entstehe nun ein Laden nur für die Bedürfnisse von Kindern. „Hier dreht sich alles um Medien für Kinder und Jugendliche – vom Buch, Hörbuch, Kassette bis DVD sowie Spiele und Puzzles“, sagt Sonja Hollandt. Er soll ebenfalls Platz in leer gewordenen Verkaufsräumen im Bahnhofsgebäude finden und erst einmal zwei Tage in der Woche geöffnet sein.
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Doch allein beim Wiederverkauf wird es diesmal nicht bleiben. Kooperationen mit Kindergärten, Kitas und Schulen werden das Projekt ergänzen. Veranstaltungen in anderen Sprachen sind geplant, Vorlesepaten stellen Kinderbücher vor und werfen sie großformatig als Bilderbuchkino an die Wand. „Von der Zusammenarbeit mit dem Integrationsmanagement der Stadt und der Flüchtlingshilfe Ebersbach erhoffen wir Impulse, wie wir mit unserer Arbeit Integration leisten können“, erzählt Hollandt und hofft, möglichst viele Familien mit Migrationshintergrund zu erreichen. Niederschwellige Angebote, bei denen jede und jeder willkommen und die kostenlos seien, sollen es richten. Von sogenannten „Betreuungsgespannen“, bei denen ein Erwachsener und ein Jugendlicher zusammen Dienst im Laden tun und sich gegenseitig ergänzen, erhoffe sie sich einen regen Austausch und ein Miteinander der Generationen. Zudem erhöhe das die Akzeptanz der jungen Kundschaft, die von den Erfahrungen der Älteren profitiere und sich mit den Jüngeren identifizieren könne.
Die Stadt Ebersbach will sich für das Projekt einsetzen
Das Projekt steht erst am Anfang, aber die Planungen reichen bereits bis 2025. Hollandt: „Wir lassen es langsam, Schritt für Schritt, angehen und wollen nichts überstürzen. Auch können wir noch ehrenamtliche helfende Hände gebrauchen“. Die Stadt Ebersbach habe bei der Umsetzung des Projekts dringend benötigte Zuwendungen versprochen. „Die Resonanz unserer Kundschaft war bisher sehr positiv und das Projekt wird mit viel Lob bedacht, sodass wir zuversichtlich an die Arbeit gehen. Alle brennen darauf, dass was Neues entsteht“, sagt Sonja Hollandt und widmet sich wieder der Gestaltung ihrer neuen Verkaufsflächen.
Eröffnung mit Angeboten am Freitag
Öffnungstag
Die Idee wird seit gut einem Jahr verfolgt. Jetzt ist es soweit. Der Kinderbuchladen im Ebersbacher Bahnhof öffnet am Freitag, 18. Februar, um 14.30 Uhr seine Türen. Dazu gibt es auch ein Programm.
Filsi
Das Ebersbacher Maskottchen Filsi wird die jungen Gäste mit kleinen Geschenken begrüßen und steht auch für Fotos zur Verfügung. Das Kinder- und Jugendzentrum E3 bietet einen Outdoor-Tischkicker und eine Dartscheibe an.
Basteln
Im Nebenraum des Ladens werkelt die Bastelwerkstatt des E3. Sie produziert mit den jungen Besucherinnen und Besuchern coole Anhänger.
Öffnungszeiten
Ab 18. Februar ist der Laden von Bücher tun Gutes-Family zweimal in der Woche geöffnet, freitags von 14.30 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 14 Uhr.