Seefest in Stuttgart-Rohr Ein idyllisches Festival für die ganze Familie
Beim Rohrer Seefest am Wochenende haben Metal- und Punkbands vor bunt gemischtem Publikum gespielt.
Beim Rohrer Seefest am Wochenende haben Metal- und Punkbands vor bunt gemischtem Publikum gespielt.
Zum 47. Mal hat im Stadtteil Rohr am 17. und 18. Juni das Rohrer Seefest stattgefunden. Wer das Festivalgelände in der Nähe des Rohrer Bahnhofs am Samstag betritt, merkt aber nicht gleich, dass es sich dabei um ein Rockfestival handelt. Denn das Bild, das sich hier an den langen Biertischen unter Pavillons vor der Bühne und auf der Wiese am See zeigt, lässt sich kaum anders als mit den Worten „,malerisch“ oder „idyllisch“ beschreiben. Oder, wie eine Besucherin es am Samstag ausdrückt: „Das Seefest ist einfach wahnsinnig familiär.“ Für die junge Frau, die mit Freunden zum Festival gekommen ist, sprechen aber noch mehr Argumente für das Fest: „Es gibt gutes Bier“ und „schönen Krach“, berichtet sie.
Der „schöne Krach“ kommt am Samstag von fünf Bands. Den Anfang machen die Stuttgarter von Think Tanks Down mit starkem Hardcore Punk bis Modern Metal. Am Mittag spielen When Hell Breaks Loose einen Mix aus harten, rhythmischen Metalparts und weichen, melodischen Einflüssen. Es folgen die Bands Pottinger, Pinghost& und Alveole. Neben dem „schönen Krach“ ist es aber auch der soziale, nicht kommerzielle, Aspekt, den die Besucher am Festival im Rohrer Park schätzen. Das Open-Air-Festival finanziert sich ausschließlich durch Einnahmen. Was übrig bleibt spendet der Macher des Festivals, der Jugendclub Rohr, an eine soziale Einrichtung.
Das gefällt auch einer 64-jährigen Besucherin aus Leinfelden, die seit ihrer Jugend zum Rohrer Seefest kommt und die jedes Jahr, wie viele andere, besonders die Atmosphäre genießt: „Es ist ein schönes, friedliches Fest. Und die Musik ist auch gut.“ Während es sich die Frau mit ihrem Mann auf einer Picknickdecke gemütlich macht, toben Kinder mit Kopfhörern in Knallfarben um sie herum. Die Eltern sitzen ein paar Meter weiter im Gras und genießen den Mittag. Auch das scheint das Rohrer Seefest auszuzeichnen: ein bunt gemischtes Publikum aus Männern mit schwarzen T-Shirts und langen Haaren, die neben Senioren im schickeren Zwirn stehen, während überall Kinder toben. „Früher waren wir ohne Kinder da, nun eben mit“, erzählt eine Mama, die am Festival vor allem die Musik mag. „Das ist einfach schöne laute Musik. Mal wieder so richtig schöner Hardcore Metall. Und nicht so Wischiwaschi“, fasst sie zusammen.
In der Zwischenzeit beginnt auf der Bühne am Samstagmittag When Hell Breaks Loose zu spielen. Davor steht ein kleines Mädchen mit großen Kopfhörern und wippt im Takt. Kurz darauf gesellt sich ein junger Metallfan dazu und headbangt zu den harten Beats der Musiker. Und so zeichnen die beiden unabsichtlich ein Bild, das bezeichnend für dieses Festival ist, bei dem jeder willkommen ist und die ganze Familie feiert.