Selbstbedienungsladen in Althütte Was den „Ortkauf“ beliebt macht
Seit Sommer gibt es in Althütte einen neuen Selbstbedienungsladen: den „Ortkauf“. Betreiber Christoph Sarnowski hat schon Pläne für weitere Filialen und verlängerte Öffnungszeiten.
Seit Sommer gibt es in Althütte einen neuen Selbstbedienungsladen: den „Ortkauf“. Betreiber Christoph Sarnowski hat schon Pläne für weitere Filialen und verlängerte Öffnungszeiten.
Die Erfahrungen der vergangenen drei Monate seit der Eröffnung seien „überwältigend“, sagt Unternehmensgründer Christoph Sarnowski. „Im Durchschnitt haben wir rund 5000 Kunden im Monat, etwa 170 pro Tag“, sagt der 36-Jährige. Wobei die meisten tatsächlich am Wochenende das Angebot nutzten. „Da sind es etwa doppelt so viele Kunden, die bei uns reinschauen.“ Das Angebot habe man von 1300 auf 1650 Artikel erweitert. Bezahlt wird im Laden mit EC-Karte oder einer Prepaid-Kundenkarte.
Im Ortkauf gibt es kein festes Bedienpersonal. Dienstags und freitags sind Servicezeiten von 8 bis 14 Uhr, falls es Fragen und Wünsche gibt oder falls jemand Hilfe beim Aufladen seiner Kundenkarte braucht. Für Fragen und Anregungen gebe es eine Hotline und eine WhatsApp-Gruppe. „400 Kundenkarten haben wir vergeben, fast jeder Zehnte in Althütte kauft bei uns ein.“ Geöffnet ist an sieben Tagen in der Woche von 5 bis 23 Uhr. Mittelfristig soll sogar durchgehend geöffnet werden. Bislang gehen eine Stunde vor Mitternacht die Lichter aus, und die Tür schließt automatisch. „Man kann den Laden noch verlassen, aber kommt nicht mehr hinein.“ Öffnungszeiten rund um die Uhr habe er sich ohne Eingangskontrolle nicht getraut, sagt Sarnowski. „Nachts sinkt generell die Hemmschwelle, und wenn einer sich einen zuviel hinter die Binde gekippt hat, könnte derjenige im Laden vielleicht auf dumme Gedanken kommen.“
Fälle von Diebstahl habe es auch tagsüber gegeben, die Anzahl halte sich jedoch in Grenzen, und die Aufklärungsquote sei dank der Videoüberwachung hoch. „Wir bringen jeden Fall zur Anzeige und sprechen auch ein Hausverbot aus.“
Die nächste Filiale soll im November im Landkreis Schwäbisch Hall eröffnen. Drei weitere sogenannte Smart Shops ohne Personal seien ebenfalls fest geplant und sollen im kommenden Frühjahr folgen, davon jedoch keine im Rems-Murr-Kreis. Noch nicht. Offen für Vorschläge sei er immer. „Wir wollen stetig weiter wachsen, man kann gern auf mich zukommen.“ Dass er und Tante-M sich Konkurrenz machen könnten, hält er für ausgeschlossen: „Ich würde nie auf die Idee kommen, im selben Ort eine Filiale aufzumachen – wir wollen in denjenigen Orten Nahversorgung sicherstellen, wo es keine mehr gibt. Wir werden uns daher mit anderen Smart Shops wie Tante-M nie im Weg sein“, betont er. „Unsere Mission ist es, Nahversorgung nachhaltig zu etablieren.“
Althüttes Bürgermeister Reinhold Sczuka ist voll des Lobes, was Ortkauf angeht: „Gerade im ländlichen Bereich ist das Konzept der Betriebsführung mit möglichst wenig Personal eine sehr gute Alternative.“ Die Akzeptanz sei sehr hoch. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Für die Versorgung der Bevölkerung vor Ort ist dies momentan die einzige Möglichkeit.“