Serie: Leben in Europa Vielfalt bereichert die Menschen

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Banken vor der Pleite, Staaten vor dem Bankrott: Die Krise, die 2007 begann, hat die EU und das Leben der Menschen verändert. Die Folgen sind noch zu spüren. Unsere Serie beleuchtet den Alltag. Heute: Die Europa-Positionen von vier Prominenten.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (links) und der französische Unternehmenr   Jean Monnet (rechts) am Abend vor der Foto: imago
Bundeskanzler Konrad Adenauer (links) und der französische Unternehmenr Jean Monnet (rechts) am Abend vor der Foto: imago

Stuttgart - Banken vor der Pleite, Staaten vor dem Bankrott: Die Krise, die 2007 begann, hat die EU und das Leben der Menschen verändert. Die Folgen sind noch zu spüren. Unsere Serie „Leben in Europa“ beleuchtet den Alltag der Menschen. Heute: Die Europa-Positionen von vier Prominenten.

Dominik Kuhn, Comedian

Ich fand den Europa-Gedanken schon immer gut. Einmal ist da der europäische Binnenmarkt, der vieles erleichtert, vor allem im Geschäft. Wenn ich mir überlege, was für ein Akt es früher war, irgendwas aus Italien herzukriegen, mit Zoll und dem ganzen Kram – das ist heute großartig. Deshalb machen es sich die Briten mit ihrem Brexit auch nicht leicht – man muss sich als Unternehmer bei vielen kleinen Geschäften auf der Insel fragen, ob sich das lohnt.

Aber auch der Euro ist etwas Positives. Die Unkenrufe sind nachvollziehbar, aber wir sind eben die Generation, die mit den Kinderkrankheiten der Währung leben muss, die sich langfristig legen werden, wenn dann es auch eine europäische Fiskalunion gibt. Schade ist, dass es früher bereits ein Urlaubsfeeling ausgelöst hat, Schilling oder Lire in der Hand zu haben, aber man kann halt nicht alles haben. Bei den Sprachen ist das eher einfach: Es ist gut, einen gemeinsamen sprachlichen Nenner zu haben – zum Beispiel Englisch –, aber es ist auch wichtig, dass sich die Menschen ihre jeweilige Ursprache bewahren.

Wenn ich irgendwo auf der Welt bin, dann würde ich ja am liebsten immer die Sprache vor Ort können, denn das ermöglicht den einzig echten Zugang zur Kultur. Außer mit Englisch habe ich das leider nur mit Niederländisch hinbekommen: Ich habe viel in Holland gearbeitet, und als ich dann eine Freundin dort hatte, hat sie mich einfach so lange auf Niederländisch zugelabert, bis ich’s konnte. Bis heute bin ich ihr dankbar dafür.