Serien-Tüv – Was taugt „Lucifer“? Sympathy for the Devil

Tom Ellis ist der Teufel in der Krimiserie „Lucifer“ Foto: Pro Sieben
Tom Ellis ist der Teufel in der Krimiserie „Lucifer“ Foto: Pro Sieben

Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Serien vor dem Fernseher zu verschwenden. Unser Schnelltest verrät, welche Serie sich wirklich lohnt. Wir haben für Sie gesehen: die Pilotepisode der Krimiserie „Lucifer“.

Kultur: Gunther Reinhardt (gun)
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Stuttgart - Die erste Episode von „Lucifer“ im Schnellcheck.

Worum geht es?

Der Teufel ist seines Jobs in der Hölle überdrüssig. Er kündigt und genießt nun in Los Angeles seinen Ruhestand, betreibt einen Nachtclub, gefällt sich in der Rolle des diabolischen Playboys. Doch auch in der Stadt der Engel tummeln sich jede Menge Sünder – und so wird Lucifer Morningstar Polizeiberater.

Worum geht es?

Der Teufel ist seines Jobs in der Hölle überdrüssig. Er kündigt und genießt nun in Los Angeles seinen Ruhestand, betreibt einen Nachtclub, gefällt sich in der Rolle des diabolischen Playboys und des Verführers, der allen Menschen, denen er begegnet, ihre geheimen Begierden entlockt. Doch in der Stadt der Engel tummeln sich auch zahllose Sünder, die es verdienen, in der Hölle zu schmoren. Als eine Sängerin, in deren Karriere er sich eingemischt hat, ermordet wird, beschließt Lucifer Morningstar Polizeiberater zu werden. Und er stellt fest, dass ihm der Job höllisch viel Spaß macht.

Was soll das alles?

Wer viele US-Krimi­serien schaut, könnte glauben, dass Polizisten ohne skurrilen, als Berater angeheuerten Typen aufgeschmissen wären. Infrage kommen selbstverliebte Bestsellerautoren („Castle“), vermeintliche Gedankenleser („Mentalist“) und Hellseher („Psych“), ­Mathematiker („Numbers“), Autisten („Monk“) und Kriminelle („White Collar“). Dass jetzt der Teufel höchstpersönlich für das LAPD die Ermittlungsarbeit macht, ist da doch nur konsequent

Wer spielt mit?

„Lucifer“ kommt ohne Superstars aus. Der Waliser Tom Ellis, der grandios charismatisch Lucifer Morning­star spielt, war bisher auf Nebenrollen abonniert. Das gilt auch für Lauren German, die die Polizistin Chloe Decker mimt, mit der Lucifer Fälle löst.

Wer steckt dahinter?

Wie viele aktuelle Serien beruht „Lucifer“ auf einem Comic. Die Figur des Lucifer Morningstar hat sich der britische Autor Neil Gaiman ausgedacht. Die Serie stammt von Tom Kapinos, der schon in „Californication“ sein Faible für dekadente Szenarien bewiesen hat.

Der Dialog des Tages

Chloes Tochter hat sich geprügelt. Zum stampfenden Beat der Black-Keys-Nummer „Sinister Kid“ betritt Lucifer das Schulhaus und nimmt neben der Sünderin Platz: „Ich heiße Beatrix, aber alle nennen mich Trixie“, sagt das Mädchen. „Das ist ein Nuttenname!“, sagt Lucifer. „Was ist eine Nutte?“ – „Frag deine Mutter!“ Als dann Chloe und ihr Ex-Mann dazukommen, fragt Trixie: „Mami, was ist eine Nutte?“ Chloe: „Frag deinen Daddy!“

Die Szene des Tages

Als Lucifer und Chloe bei ihren Ermittlungen auf der Couch der Psychologin Linda erst ein bisschen auf Paartherapie machen und Lucifer die Psychologin schließlich dazu bringt, alle ihre Geheimnisse auszuplaudern, einschließlich ihrer Vorliebe für obszöne Verrenkungen beim Hot Yoga.

Wer soll das gucken?

Alle, die lakonisch-sarkastische Dialoge mögen und Krimis, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen.

Wer nicht?

Alle, die bei Himmel und Hölle keinen Spaß verstehen.

Bingewatch-Faktor?

Wann muss Lucifer zurück in die Hölle? Kriegt er irgendwann auch Chloe herum? Wann glaubt sie ihm endlich, dass er der Teufel ist? Was frisst Trixie als Nächstes aus? Welche Songs mit „Devil“ im Titel, schaffen es noch in den Soundtrack? Die Pilotepisode lässt so viele Fragen offen, dass Weiter­gucken Pflicht ist.

Gesamtnote: 2




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