Service-Point für Böblingen Damit sich niemand mehr im Rathaus verirrt
Ein Service-Point soll Einwohnern und Neuzugezogenen helfen, sich auf den Ämtern zurechtzufinden.
Ein Service-Point soll Einwohnern und Neuzugezogenen helfen, sich auf den Ämtern zurechtzufinden.
Etwa die Hälfte der Böblinger Einwohnerinnen und Einwohner haben Migrationserfahrung. Teils ist es die eigene, teils die der Eltern oder Vorfahren. Um diesen und allen anderen Einwohnern sowie Neuzugezogenen bei städtischen Angeboten und vor allem bei bürokratischen Angelegenheiten bessere Orientierung und Unterstützung in ihren Anliegen zu bieten, soll nun ein sogenannter Service-Point – ein Anlaufpunkt – geschaffen werden. Dies ist unter anderem das Ergebnis einer Umfrage im Rahmen des Integrationsplans mit dem Titel „Böblinger Weg – Vielfalt leben“, der im Februar vom Gemeinderat mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.
„Schon der Titel greift unsere vielfältige Stadtgesellschaft auf. Es ist unser Schlüssel zum Erfolg, sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich“, sagte Stefan Belz, Böblingens OB, jüngst bei einem Pressegespräch über den neuen Integrationsplan. Im Herbst 2022 wurden dafür Online-Befragungen unter Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Experten und Einwohnern durchgeführt.
„Der Fragebogen für die Einwohner wurde in 14 Sprachen übersetzt“, erklärt Annemarie Gronover, die Integrationsbeauftragte der Stadt, die mit Klaus Feistauer, dem Amtsleiter für Soziales, die Projektleitung inne hatten. Alle Einwohner Böblingens waren eingeladen, teilzunehmen. Sie gaben unter anderem Auskunft darüber, wie sie bei Behördengängen zurechtkamen. Insgesamt nahmen 680 Personen teil. Die wichtigsten Handlungsfelder sind laut den Befragten die Themen Bildung, Sprache und Soziales. Zudem wurde als vierter Punkt der Wunsch nach einer zentralen Anlaufstelle, einem sogenannten Service-Point genannt.
„Im Schnitt bleiben die Menschen sieben Jahre in unserer Stadt“, erklärte Klaus Feistauer. Ankunft und Bleiben seien daher zu unterstützen und zu gestalten – für zugewanderte Menschen, sondern für all diejenigen, die hier eine Heimat auf Dauer oder auf Zeit gefunden haben. „Alle Einwohner sollen Unterstützung bei Behördengängen und in ihren Lebensthemen erhalten“, sagte Gronover. Damit die Servicequalität erhöht wird und die Hemmschwelle sinkt, sich Hilfe zu holen, wird es für Leute, die ohnehin viel beraten wie Erzieher und für alle Einwohner, auch noch ein Online-Handbuch geben. Das Handbuch soll im Mai online abrufbar sein.
Der Service-Point, bei dem der persönliche Kontakt im Vordergrund steht, soll auch eine Möglichkeit bieten, effektiver zu arbeiten, indem Einwohner auf Termine in der Verwaltung vorbereitet werden und Fragen vorab geklärt werden können. „Die serviceorientierte Anlaufstelle soll für alle Menschen in Böblingen niederschwellig und barrierefrei erreichbar sein“, sagt Gronover. Zudem soll die neue Anlaufstelle Kooperationen zwischen den verschiedenen Ämtern und die Zusammenarbeit mit anderen Trägern fördern. Schritt für Schritt soll das Angebot dem neuen Gemeinderat vorgestellt und, wenn es für gut befunden wird, umgesetzt werden.