Seute Deern in Bremerhaven Historisches Segelschiff sackt auf Hafengrund ab

Die „Seute Deern“ liegt im Alten Hafen in Bremerhaven, vor dem Deutschen Schifffahrtsmuseum. Foto: dpa
Die „Seute Deern“ liegt im Alten Hafen in Bremerhaven, vor dem Deutschen Schifffahrtsmuseum. Foto: dpa

Das Segelschiff „Seute Deern“ ist im Hafenbecken von Bremerhaven in Schieflage geraten. Der Dreimaster sackte nach einem Wassereinbruch auf den Beckengrund ab. Es ist nicht das erste Unglück der „Seute Deern“ in diesem Jahr.

Digital Unit: Philipp Johannßen (pj)

Bremerhaven - Das historische Segelschiff „Seute Deern“ ist nach einem Wassereinbruch auf den Grund des Hafenbeckens in Bremerhaven abgesackt. Wie die Feuerwehr mitteilte, war der knapp 62 Meter lange Dreimaster am Freitagabend in Schieflage geraten. Als Trupps der Feuerwehr die „Seute Deern“ erkundeten, neigte sich das Schiff so bedrohlich, dass der Einsatz abgebrochen wurde.

Das Museumsschiff sackte infolge des Wasserschadens um zwei Meter ab und setzte sich auf dem Hafengrund fest. Vorerst kann es nicht mehr betreten werden. Verletzt wurde niemand. Wie es zu dem Wassereinbruch kam, stand in der Nacht noch nicht fest. Ein Feuerwehrsprecher sprach von einem Pumpenausfall.

Die Wasserpumpen waren seit Jahren rund um die Uhr im Einsatz, um Wasser aus der Seute Deern zu pumpen, berichtet butenunbinnen.

Nicht das erste Unglück in diesem Jahr

Es ist nicht das erste Unglück der „Seute Deern“ in diesem Jahr: Bei einem Brand am 15. Februar ist die Bark schwer beschädigt worden. Zwischen Innen- und Außenverschalung war ein Schwelbrand entstanden. Brandstiftung konnte damals ausgeschlossen werden. Das Schiffsrestaurant an Bord ist seitdem geschlossen.

Die „Seute Deern“ (Hochdeutsch „Süßes Mädchen“) gehört zur Museumsflotte des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) und liegt seit mehr als 50 Jahren im Alten Hafen. Der Schiffskörper ist mit Algen, Seepocken und Muscheln bedeckt. Am Rumpf des hölzernen Frachtseglers gibt es kleine Spalten, über die Wasser eindringt.

Bei einem Sanierungsprojekt hätten mehrere Lecksegel aufgebracht werden sollen, um das eindringende Wasser zu reduzieren. Die Gesamtkosten für die Sanierung wurden laut DSM auf 32 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund beteiligt sich mit 17 Millionen Euro. Wann die Sanierung beginnt, ist nach dem Vorfall vom Freitagabend noch ungewisser als zuvor.




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