Sicherheit in Ludwigsburg Neue Einheit geht auf Streife

Von  

Seit Anfang Januar werden sechs Personen für den Kommunalen Ordnungsdienst geschult; von April an sollen sie Ludwigsburg sicherer machen.

Ludwigsburger Polizeischüler bei einem Rollenspiel. Foto: factum/Granville
Ludwigsburger Polizeischüler bei einem Rollenspiel. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Auch wenn die Neuen mit Schlagstöcken und Pfefferspray auf Streife geschickt werden, Sinn und Zweck ihres Tuns sind Prävention und Deeskalation, versichert der Ludwigsburger Ordnungsamtsleiter Gerald Winkler. „Das schärfste Schwert ist das Wort“, sagt Christoph Balzer. Darum müssten seine Eleven vor allem eins lernen: zu argumentieren. Sicher keine leichte Sache, wenn das Gegenüber ein betrunkener Randalierer ist. Seit Anfang Januar schult der ehemalige Polizist sechs Personen für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), von April an sollen sie Ludwigsburg sicherer machen.

In der Polizeisprache ist von „niederschwelligen Ordnungswidrigkeiten“ die Rede, wenn es um Pöbeleien, Lärmbelästigung oder spontane Wodkapartys im Park geht. Die Bürger sind verängstigt, und die Polizei ist meist mit anderen Dingen beschäftigt. Der baden-württembergische Städtetag hat schon 2010 auf eine „geringere Kontrolldichte in größeren Städten und im ländlichen Raum“ hingewiesen – als Folge der Schließung von Polizeiposten. „Das hat das Sicherheitsgefühl der Bürger negativ beeinflusst, und insbesondere kleine Ordnungsstörungen mehren sich“, erklärt Städtetag-Sprecher Jan Gutjahr.

Kostenfrage wiegt oft schwer

Viele Kommunen setzten seither auf private Sicherheitsdienste, oder sie richten einen KOD ein. Doch hinter dem gleichen Kürzel stehen sehr unterschiedliche Dienstauffassungen. Auch in Waiblingen und Esslingen wurde ein Ordnungsdienst installiert, doch die Streifen gehen in der Regel heim, wenn es in Sachen Sicherheit und Ordnung kritisch wird. Esslingen sucht deshalb jetzt 20 Freiwillige, die freitags und samstags von 22 bis 3 Uhr Dienst schieben – „im Interesse des Gemeinsinns“. Auch in Korb (Rems-Murr-Kreis) will man wie seit 2009 in Filderstadt (Kreis Esslingen) Ehrenamtliche auf Streife schicken – so genannte Nachtwanderer.

Schwerer als die diffizilen Fragen des Ordnungs- und Polizeirechts wiegt in den meisten Städten die Kostenfrage. Korb war der bisher mit den nächtlichen Kontrollen beauftragte private Sicherheitsdienst zu teuer, Esslingen will den Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde anbieten.




Veranstaltungen