Sicherheit in Stuttgart Der Neckarpark soll zur EM abgesichert werden
Die Stadt hat nach Terroranschlägen Veranstaltungsplätze mit Pollern gesichert. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, weitere Standorte folgen.
Die Stadt hat nach Terroranschlägen Veranstaltungsplätze mit Pollern gesichert. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, weitere Standorte folgen.
Stuttgart - Nach der Amokfahrt von Trier stellt sich die Frage, wie sicher man auf Stuttgarts Straßen vor ähnlichen Anschlägen ist. „100 Prozent Sicherheit gibt es nie, aber wir haben in der Stadt viel getan, um solche Taten zu verhindern“, sagt Gregor Belgardt vom Referat Sicherheit der Stadt. Die Plätze, auf denen Großveranstaltungen stattfinden, können bei Gefahr schnell mit Pollern abgesperrt werden. Am Schlossplatz, an der Stiftstraße, auf der König- und der Bolzstraße sind die Sperren schon vorhanden.
Nun folgen Poller auf der Marktstraße im Zuge der Sanierung des Marktplatzes. Damit ist dann das Projekt, dessen Planung nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 begonnen hatte, abgeschlossen. Doch das nächste ist schon in der Vorbereitung: „Bis zur Fußball-EM im Jahr 2024, bei der auch Stuttgart ein Austragungsort sein wird, soll auch der Bereich des Neckarparks ähnlich abgesichert werden. Die Planungen dafür laufen“, sagt Belgardt. Am Wasen sind bereits große massive Betonsperren angebracht.
Die Schutzvorrichtungen im Stadtgebiet haben unterschiedliche Formen. Am Schlossplatz zur Bolzstraße hin sind versenkbare Poller, die bei Großveranstaltungen ausgefahren werden. „Da muss dann Sicherheitspersonal da sein, um die runterfahren zu können, wenn jemand durch muss“, erläutert Belgardt. Direkt im Anschluss, entlang der Bolzstraße, sollen sogenannte Gehwegnasen das Tempo rausnehmen. Durch die so erzwungene Slalomfahrt soll verhindert werden, dass ein Fahrzeug auf den Platz rasen kann.
Die Feuerwehr kann im Notfall für eine Einsatzfahrt selbst steuern. Auch an mögliche Stromausfälle wurde gedacht: In den Schaltkästen zur Steuerung der Poller und anderen Hindernissen sind Pumpen zur manuellen Anhebung oder Absenkung ohne Strom vorhanden. Die bereits eingebauten versenkbaren Sperren sind seit dem Herbst 2019 im Betrieb. Im veranstaltungsarmen Corona-Jahr habe man sie bei Demos mit politischen und heiklen Themen hochgefahren. Das Projekt hat rund 1,5 Millionen Euro gekostet.