Sicherheitsdienst in Schorndorf City-Streife zeigt Wirkung

Deutlich seltener als noch vor drei Jahren muss die City-Streife in Schorndorf einschreiten. Foto: Gottfried Stoppel
Deutlich seltener als noch vor drei Jahren muss die City-Streife in Schorndorf einschreiten. Foto: Gottfried Stoppel

Die Stadt Schorndorf setzt trotz guter Erfahrungen mit einer privaten Sicherheitsfirma künftig auf einen eigenen Kommunalen Ordnungsdienst. Als Vorbild dienen Esslingen und Ludwigsburg.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Schorndorf - Wenn es am Wochenende in Schorndorf dunkel wird, die Menschen sich zum Feiern treffen und die S-Bahn im Stundentakt Fahrgäste aus der Landeshauptstadt ausspuckt, dann sind sie unterwegs: Seit 2015 laufen je zwei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Bunk in der wärmeren Jahreszeit zwischen April und Oktober durch die nächtlichen Straßen der Daimlerstadt. Sie haben Ruhestörer und „Wildpinkler“, aber auch Sachbeschädigungen und Falschparker im Visier.

Sicherheit ist ein großes Thema für den OB

„Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist ein großes Thema für uns“, sagt der Oberbürgermeister Matthias Klopfer und berichtet von positiven Rückmeldungen vom Weststadtverein und von Centro, dem Verein für Citymarketing. Das überwiegende Gefühl in der Stadt: „Es ist deutlich besser geworden.“

Tobias Bunk, der Geschäftsführende Gesellschafter des gleichnamigen Sicherheitsdienstes, sieht das genauso: „Wir müssen deutlich weniger einschreiten“, sagt Bunk, der mehr als 300 Mitarbeiter in ganz Baden-Württemberg beschäftigt. 2015 sei die Neue Straße ein Hot-Spot gewesen. Doch die Situation habe sich erheblich verbessert. Andere Gastronomen hätten sich angesiedelt. Die Wirte würden mehr auf ihre Gäste achten. „Das Verhalten hat sich geändert“, sagt Bunk.

Das zeigt sich auch in der Art der Fälle, bei denen die Sicherheitsleute in diesem Jahr tätig werden mussten: Die Hälfte waren Parkverstöße, dazu noch ein paar Lärmbelästigungen und Platzverweise. „Ein Sicherheitsrisiko sind all diese Fälle nicht“, sagt Bunk. Nur ein einziges Mal hätten seine Leute aktiv mit der Polizei zusammenarbeiten müssen. Für Bunk ist klar: Die City-Streife hat einen erzieherischen Effekt.

„Die Zusammenarbeit mit Bunk läuft gut“, sagt auch der Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. Man ergänze, unterstütze sich gut und arbeite Hand in Hand. Der Einsatz eines privaten Dienstleisters als City-Streife sei einzigartig in der Umgebung. Jedoch habe jede Stadt ihre eigenen Erfahrungen, andere Probleme und müsse individuell gesehen werden, so Biehlmaier.

Stadt will eigenen Kommunalen Ordnungsdienst aufbauen

Dennoch wird die Zusammenarbeit mit dem privaten Sicherheitsdienst in Sachen City-Streife ein Ende haben. Denn die Stadt ist gerade dabei, einen eigenen Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) aufzubauen. Von 2019 an werden vier städtische Mitarbeiter die Streifen übernehmen – und das nicht nur am Wochenende und in der wärmeren Jahreszeit. „Wir wollen mit eigenen Kräften in der Lage sein, für die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden unserer Bürger zu sorgen“, sagt Edgar Hemmerich, der Erste Bürgermeister.




Unsere Empfehlung für Sie