Signa-Devotionalien unterm Hammer Ausverkauf in Benkos Stadtpalais

René Benkos Büromobiliar wird versteigert – und erweist sich als begehrt. Foto: ATP images/NOGER Manfred

Das Inventar des untergegangenen Signa-Imperiums wird versteigert. Die Nachfrage ist enorm, ungeachtet mancher protzigen Geschmacklosigkeiten.

Der Name des österreichischen Pleitiers René Benko zieht Devotionalienjäger magisch an, als stehe er für ein Kunstwerk. Davon zeugt eine Onlineauktion, die gerade läuft. Die Wiener Zentrale der Signa-Holding in einem edlen Stadtpalais ist bis März zu räumen. Da muss alles unter den Hammer. Die Nachfrage ist enorm.

 

In drei Auktionen werden 465 Posten versteigert. Bei dem Sammelsurium an Gebrauchsgegenständen handelt es sich um eine krude Mischung. Sie spiegelt Design-Größenwahn wie auch die Banalität des tristen Büroalltags. Eines der großen Stücke ist etwa der „Präsidententisch“, an dem Benko und sein engerer Führungskreis getagt haben. Er ist 8,20 Meter lang und bietet Platz für 20 Personen. In einer Mietwohnung oder einem Reihenhäuschen wäre es wohl schwierig, das Monstrum unterzubringen. Passend dazu gibt es eine „Design-Hängeleuchte“. Der Mindestpreis für den Tisch lag bei 3000 Euro, am Sonntagmittag waren schon 6200 geboten. Der Leuchter mit 30 Glühbirnen ist einem Bieter bis dato 1800 Euro wert.

Im Katalog stehen auch Tischleuchten (Gebot: 1000 Euro), Ledersofas (240) oder Designhockern (700). Das Mobiliar erscheint protzig und zeugt bisweilen von neureichen Geschmacksverirrungen. Ein Beispiel ist der 5,30 Meter lange Raumtrenner, Modell: „Steinplatte Frappuccino“. Er ist mit 3200 Euro veranschlagt. Dass sich der gescheiterte Milliardär im Büroalltag auch mit eher unspektakulären Utensilien umgeben hat, scheint Bieter ebenso zu reizen. Vier Kleiderbügel mit Firmenemblem sind einem Bieter 240 Euro wert. Eine blaue Fußmatte steht bei 1200 Euro. Für Benkos Zimmerpflanzen werden 70 Euro und mehr geboten. Auch Toilettenbürsten, Halter für Klopapier und schnöde Plastikmülleimer finden für ein Vielfaches des eigentlichen Werts ihre Abnehmer.

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