Silvesterkrawalle Eine gute Nacht für den Rechtsstaat
Dank besserer Vorbereitung verlief die Silvesternacht vielerorts ruhiger als im vergangenen Jahr. Doch es bleibt einiges zu tun, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.
Dank besserer Vorbereitung verlief die Silvesternacht vielerorts ruhiger als im vergangenen Jahr. Doch es bleibt einiges zu tun, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.
Vor einem Jahr schaute Deutschland geschockt auf Berlin. In der Hauptstadt hatte es schwere Silvesterkrawalle gegeben, unter anderem im Bezirk Neukölln, wo Randalierer Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten massiv angriffen. Auch wurden Autos und ein Bus angezündet. Zum aktuellen Jahreswechsel hatte man noch schlimmeres befürchtet: Angesichts der aufgeheizten Stimmung wegen des Nahost-Konflikts hatte es schon im Herbst Ausschreitungen gegeben.
Doch diesmal blieb es in der Hauptstadt verhältnismäßig ruhig, wie auch in vielen anderen Städten in Deutschland. Die Gründe sind klar: Die Polizei war besser vorbereitet, trat massiv auf und schritt früh ein. Der Rechtsstaat zeigte sich kompromisslos. Gut so!
Von einer ruhigen Nacht kann man trotzdem nicht sprechen – besonders für diejenigen, die im Einsatz waren. In Berlin meldete die Polizei Hunderte Festnahmen, Dutzende Beamte wurden verletzt. Es gab Szenen von Männergruppen, die sich mit Böllern und Raketen bewarfen. Nur weil es nicht so schlimm kam wie befürchtet, darf man sich an solche Zustände nicht gewöhnen.
Viele Randalierer scheinen einen perversen Spaß zu empfinden, andere Menschen anzugreifen und sich mit der Polizei zu bekriegen. Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sie in der Vergangenheit häufig viel zu glimpflich davonkamen. Von den Tätern aus dem Vorjahr wurden nur wenige gefasst, noch weniger verurteilt, manche Verfahren laufen noch.
Es ist wichtig, dass der Rechtsstaat stärker durchgreift. Besonders junge Täter müssen schnell spüren, dass ihre Taten Konsequenzen haben. Eine zügige Bestrafung und klare Urteile können Beispielwirkung haben und sich herumsprechen. Dann besteht die Chance, dass die nächste Silvesternacht noch ruhiger wird.