Sindelfingen rockt Nicht nur Depeche-Mode-Fans begeistert
Die Depeche-Mode-Tribute-Band Mode Machine aus Italien lockt 3500 Leute auf den Sindelfinger Marktplatz. Zu Hause spielt sie vor kleinerem Publikum.
Die Depeche-Mode-Tribute-Band Mode Machine aus Italien lockt 3500 Leute auf den Sindelfinger Marktplatz. Zu Hause spielt sie vor kleinerem Publikum.
„Zugabe!“, erklingt es aus tausenden von Kehlen der begeisterten Besucher, die zum Auftritt der Depeche-Mode-Tribute-Band Mode Machine auf den Sindelfinger Marktplatz gekommen sind.
Die Originalband existiert seit mehr als vier Jahrzehnten und hat einen recht lebhaften Wechsel ihrer Besetzung und Musikstile hinter sich. Aufsehenerregende Pop-Geschichte machte sie mit Synthie-Rock- beziehungsweise Synthie-Pop-Musik. Der Bandname ist einem französischen Modemagazin namens „Depeche Mode“ entliehen und die Gruppe ist mit weltweit über 100 Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten Bands der Welt. Anklänge an Minimal music, akustische Klangerzeugung und knackige Rockmusik gehören zum Spektrum.
Mode Machine nennt sich die italienische Tribute-Band, die jetzt den Sindelfinger Marktplatz rockte und für zufriedene Gesichter sowohl beim Veranstalter als auch bei den rund 3500 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgte. Es gibt übrigens auch eine deutsche Coverband mit dem Namen Depeche Road. Bei den früheren Ausgaben von „Sindelfingen rockt“ stand die Bühne am oberen Ende des Marktplatzes. Veranstalter Johannes Leichtle: „Wir hatten wegen der besseren Sicht schon früher den Wunsch, die Bühne am unteren Ende aufzustellen, konnten es aber erst dieses Jahr verwirklichen, weil man unter anderem Bedenken hatte wegen der Tiefgarage.“
Nach vier Konzerten in ihrem Heimatland Italien und einem Konzert in Kornwestheim gastierte die Mode Machine jetzt in Sindelfingen. Am 12. August gibt es noch einen Auftritt in Bietigheim-Bissingen, am 13. August in Leonberg oder, wer die Reise auf sich nehmen will, am 14. August einen Auftritt im Hardrockcafé in der Alpenmetropole Innsbruck.
Während die Band bei ihren Auftritten in Italien vor 200, 300 oder maximal 1000 Zuschauern auftrat, hatte sie in Sindelfingen also mit über 3500 Zuschauern die große Show und sie ließ sich denn auch nicht lumpen. Selbst der Lead-Sänger sah mit ärmelloser schwarzer Weste und blanker Brust seinem Original-Vorbild Dave Gahan zum Verwechseln ähnlich. Das Programm bot eine Tour d’horizon durch die reichhaltige Bandgeschichte, vor allem gegen Ende der Veranstaltung gab es Titel mit mehr Rockrhythmen, sodass der Teil des Publikums vor der Bühne mächtig in Bewegung kam und sein Bedauern äußerte, dass wie verabredet der Gig um 22 Uhr sein Ende fand.
Allerdings nur, was die Musik angeht. Das gemütliche Zusammenhocken oder -stehen ging auf dem Marktplatz noch eine Weile weiter. Die teilweise durchaus komplexe, mit elektronischen Elementen versetzte Musik ist alles andere als eine Party-Musik und nur vereinzelt sah man Damen im Kleid mit dem Sektglas in der Hand, die extrovertiert die Bewegung im Rhythmus suchten. Der Rest tänzelte mit den Füßen, dem Hintern oder dem Kopf. Eine junge Besucherin äußerte auf Befragen: „Die Musik von Depeche Mode war mir bisher unbekannt, aber was hier geboten wird, gefällt mir wirklich gut.“ Nur vereinzelt gab es Kritik an dem teilweise massiven Bassgrund, der die Neigung hatte, das musikalische Geflecht aus Gesang und Gitarren-Linien zu überdecken.
Gegenwärtig ist bei auffällig vielen Besuchern der Rechtsstreit um die Konzertserie im Bewusstsein. Nach Aussage des City-Marketing existiert zurzeit eine schriftliche Stellungnahme. Es gibt aber noch keine Entscheidung für ein gerichtliches Vorgehen, sodass man vermutlich davon ausgehen kann, dass die Sindelfinger Konzertserie ohne Einschränkungen durchgeführt werden kann.
Es wäre vielen in Sindelfingen auch unverständlich, wenn eine Eventserie, die erheblich zum vitalen Stadtleben beiträgt, friedlich abgeht und um 22 Uhr endet, wegen einzelner Proteste dem Erdboden gleich gemacht werden würde.
Stellvertretend für das bürgerschaftliche Engagement stehen auch die Sindelfinger Firmen, die die Veranstaltung finanziell unterstützen, sodass man sie bei freiem Eintritt besuchen kann. Die Stadt Sindelfingen unterstützt außerdem mit etlichen Sachleistungen. Viele Befragte äußerten große Erwartungen für das Udo-Jürgens-Konzert als Kontrastprogramm.
Weitere Termine: 17. August Dire Straits (Brothers in Arms), 24. August Rammstein Tribute Band (Übermensch), 31. August Udo Jürgens (Udo Tribute Band). Weitere Informationen im Internet unter: https://sindelfingen-rockt.de/programm-2022/.