Teile des Sindelfinger Gemeinderats sind gegen das Projekt. Die Grünen finden deutliche Worte. Die CDU dagegen will den Weg mitgehen und schlägt einen Bürgerentscheid vor.

Dass das Sindelfinger Hallenbad saniert werden muss – darin sind sich Gemeinderat und Stadtverwaltung einig. Bereits im März 2019 wurde beschlossen, das Bad zu sanieren und attraktiver zu gestalten. 35 Millionen Euro legte man in Sindelfingen dafür zur Seite. Doch zuletzt hat die Stadtverwaltung erweiterte Pläne vorgestellt: den Ausbau zu einem Familien- und Erlebnisbad mit etlichen Rutschen und einer Premium-Saunawelt. Kosten: mindestens 67 Millionen Euro.

Laut FDP, SPD und Grünen kein „luxussanierter Wellness-Tempel“ nötig

Dagegen regt sich Widerstand. Fraktionsübergreifend legten Mitglieder von FDP, SPD und Grüne ihre Zweifel schriftlich offen. Sindelfingen brauche selbstverständlich ein funktionierendes Hallenbad, aber „keinen luxussanierten Wellness-Tempel.“ Ganz ähnlich hat sich die Grünen-Fraktion in einer Stellungnahme positioniert. Man lehne das Projekt ab. „Stattdessen wollen wir eine (energetische) Grundsanierung des Hallenbades und einen attraktiven Bereich für Familien. Für ein solches Konzept reicht die Rücklage auch aus“, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der Grünen. Wenn man ein Luxusbad nach den Plänen der Stadtverwaltung angehe, fehle das Geld in Sindelfingen für viele andere wichtige Investitionen. „Außerdem sehen wir das vorgelegte Konzept einer Wohlfühloase als Energieschleuder, die nicht mehr in unsere Zeit passt.“ Da jetzt schon klar sei, dass man sich mit der Rücklage nur eine vernünftige Sanierung und Attraktivierung des Badezentrums leisten könne und keine städtischen Gelder für ein Luxusbad verschwendet werden sollten, „sind wir für einen Stopp des wettbewerbsrechtlichen Verfahrens.“

CDU befürwortet Umbau in „zukunftsorientiertes Familienbad“

Andere Töne schlägt dagegen die CDU an. „Wir stehen hinter der Idee, unser Badezentrum in ein attraktives und vor allem zukunftsorientiertes Familienbad umzubauen“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter Arnold in einer Pressemitteilung. Da die Kosten hierzu erheblich sind, schlägt die CDU-Fraktion in ihrem Antrag ein „modulares Verfahren“ bei der hochbauwettbewerblichen Ausschreibung vor. Durch ein stufenweises Baukonzept soll neben der notwendigen technischen Sanierung des Bades die Realisierung der von der Verwaltung skizzierten „Badewelten“ kostentechnisch untersucht werden. Dadurch könnten die „Badewelten“ unabhängig voneinander stufenweise bewertet und gebaut werden.

„Erst wenn die genauen Kostenkalkulationen auf dem Tisch liegen, haben wir eine fundierte Entscheidungsgrundlage“, erklärt Arnold. „Wir könnten uns vorstellen, dass die Ergebnisse der Kostenberechnungen dann Grundlage für einen Bürgerentscheid sind“, so der Fraktionschef.