Sindelfinger Jazztage Zum Zehnjährigen geht die IG Kultur in die Vollen
Die IG Kultur holt für die Jazztage die Besten des Landes nach Sindelfingen. Dieses Jahr legen die Organisatoren noch mal eine Schippe drauf.
Die IG Kultur holt für die Jazztage die Besten des Landes nach Sindelfingen. Dieses Jahr legen die Organisatoren noch mal eine Schippe drauf.
Jazztage gibt es nicht nur im Theaterhaus Stuttgart. Mit den Sindelfinger Jazztagen hat die IG Kultur seit 2015 ein eigenes, hochkarätig besetztes Festival im Angebot. Von Freitag, 15. März, bis Sonntag, 17. März, findet es wieder im Pavillon statt. „Dieses Jahr feiern wir das Zehnjährige, deshalb wollen wir etwas ganz Besonderes machen und haben dafür ein paar Hammer-Bands engagiert“, sagt Klaus Haidle. Gemeinsam mit Peter „Pit“ Bäuerle und Albrecht Barth organisiert er die Jazztage.
Der Begriff „Hammer-Bands“ passt sehr gut, denn mit Karin Hammar und ihrer Fab-4-Band lässt die IG Kultur für den Samstagabend eigens für die Jazztage eine gefragte Formation aus Schweden einfliegen. Hammars Landsmann Nils Landgren – einer der erfolgreichsten Jazzmusiker Europas – hält offenbar große Stücke auf seine Kollegin, denn er arbeitet regelmäßig mit der Stockholmer Posaunistin zusammen.
„Den Auftritt bei uns hat Pit Bäuerle eingefädelt“, sagt Haidle, „der hatte die Band live gesehen und war ganz begeistert.“ Um Kosten zu sparen, stellt die IG Kultur – von Hammars Posaune abgesehen – alle Instrumente zur Verfügung, damit die drei Begleitmusiker diese nicht im Flugzeug mittransportieren müssen. Dass es am Freitag wegen eines Absprachefehlers zu einer unbeabsichtigten Terminüberschneidung mit der Böblinger Jazztime kommt, bedauere man bei der IG Kultur sehr. „Das ist total schade und tut uns sehr leid“, betont Haidle.
Keine ganz so weite Anreise hat der Münchner Gitarrist Vlado Grizelj, der die Jazztage am Freitag mit einem nach ihm benannten Quartett eröffnet. Mit seiner Band verjazzt Grizelj Funk- und Soul-Musik der 60er und 70er Jahre, er bringt aber auch seine frühen Rock- und Blues-Einflüsse mit ein. „Das ist Elektrojazz, der einfach super abgeht“, sagt Klaus Haidle.
Am Sonntag setzen die Jazztage einen wuchtigen Schlussakkord. Bei dem Clara Vetter Collective handelt es sich nämlich um ein Tentett – so werden im Jazz zehnköpfige Ensembles genannt. „Ich habe was ganz Besonderes für euch“, hatte Clara Vetter den Jazztage-Organisatoren gesagt. Vor zwei Jahren hatte die 1996 geborene Pianistin ein Konzert in einer solchen Besetzung für das Format Jazz@Large bei den Stuttgarter Jazztagen komponiert und aufgeführt. Drei Saxofone, zwei Violinen, eine Bratsche, ein Cello, Kontrabass, Schlagzeug und Clara Vetter am Klavier: Eine Jazzband in einer solchen Besetzung holt die IG Kultur nicht alle Tage auf die Bühne. „Das gibt es so schnell nicht wieder“, sagt Klaus Haidle.
Mit dem Auftritt von Clara Vetter setzt die IG Kultur übrigens ein Markenzeichen der Jazztage fort: Schon vor der ersten Auflage des Festivals hatten die Sindelfinger Kulturveranstalter nämlich immer wieder die Vorjahressiegerinnen und -sieger des Landes-Jazzpreises Baden-Württemberg im Pavillon zu Gast. Ab 2015 – damals eröffnete übrigens Wolfgang Dauner – baute der Verein diese Tradition zu einem dreitägigen Festival aus. Seitdem sind die Jazztage fester Bestandteil im Jahresprogramm der IG Kultur. Nicht einmal Corona konnte das Festival ausbremsen.
Zum Zehnjährigen geht der Kulturverein mit dem Festival finanziell in die Vollen. Für die geladenen Künstlerinnen und Künstler investiere man laut Haidle rund doppelt so viel wie bei vorherigen Auflagen üblich. Die Eintrittspreise bleiben dabei vergleichsweise moderat: Das Einzelticket kostet 25 Euro, den Festivalpass gibt’s für 55 Euro.
Zugegeben, an das Programm im Theaterhaus komme man im Pavillon vielleicht nicht heran, räumt Haidle ein. „Aber was wir bieten, ist auch super. Und so viel persönlichen Kontakt und Nähe wie wir kann das Theaterhaus nicht bieten.“
Karten im Vorverkauf gibt es beim i-Punkt Sindelfingen, Telefon: 0 70 31 / 9 43 25, und bei der IG Kultur unter www.igkultur.de.