Jahrelang ließen Autokonzerne ihre Lobbyarbeit von Wissenschaftlern flankieren. Nun wird bekannt, welche dubiosen Experimente der von ihnen finanzierte Verein namens EUGT förderte. Daimler geht voll auf Distanz, Volkswagen teilweise.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Stuttgart - Die Affen durften zur Ablenkung Zeichentrickfilme anschauen, während sie im Dienste der deutschen Autoindustrie Abgase inhalierten. Zehn Makaken waren es, die in einem Labor im US-Bundesstaat New Mexiko die Überlegenheit des modernen Diesel-Motors bezeugen sollten. Erst wurden ihre luftdichten Kammern mehrere Stunden lang an den Auspuff eines alten, schmutzigen Ford (Baujahr 1999) angeschlossen, dann kam ein moderner, angeblich sauberer VW Beetle (Baujahr 2012) auf den Prüfstand. Anders als bei allen bisherigen Studien, hieß es, solle der Unterschied erstmals „in einer umwelttypischen Situation mit direkten Dieselabgasen aus den Fahrzeugmotoren“ demonstriert werden. Dank der modernen Technik, so die Erwartung, seien „keine relevanten gesundheitlichen Wirkungen nachweisbar“.

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