Skatepark in Kornwestheim Ein politisches Bekenntnis mit Rampen und Quarterpipe
Der neue große BMX- und Skatepark ist fertig gestellt. In ihrem Willen, das Projekt der Jugenddelegation umzusetzen, zeigte sich die Kommunalpolitik einig wie selten.
Der neue große BMX- und Skatepark ist fertig gestellt. In ihrem Willen, das Projekt der Jugenddelegation umzusetzen, zeigte sich die Kommunalpolitik einig wie selten.
Schon auf dem kurzen Fußmarsch vom Kornwestheimer Eichenweg aus gen Süden sind sie zu hören und zu sehen: Etliche Kinder und Jugendliche, aber auch junge Erwachsene sausen und springen auf Skateboards, BMX-Rädern und Rollern über Rampen und Hindernisse. Vor der Anlage ist Volksfestatmosphäre: Dutzende Menschen sind versammelt, plauschen, die Schülerband des Ernst-Sigle-Gymnasiums spielt. Auf einer kleinen Bühne moderiert die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin Ursula Keck das Geschehen. Gut gelungen sei es, sagt das Verwaltungsoberhaupt, es sei eine Anlage „für jeden und jede“. Der Stolz ist zu spüren bei der Eröffnung des neuen großen BMX- und Skateparks im Kornwestheimer Süden. Rund 250 000 Euro hat sich die Stadt den Bau kosten lassen, der als Umbau deklariert war, aber dann doch in größten Teilen ein Neubau wurde. Übrig geblieben ist nur die gute alte Quarterpipe. Die weiteren Rampen und Hindernisse, der Belag – alles weitere ist nagelneu.
Der neue Kornwestheimer Skatepark ist nicht nur ein Mekka für Sportler. Er ist auch von Anfang ein politisches Bekenntnis gewesen. Die Anlage ist das erste große Projekt, das die noch junge Kornwestheimer Jugenddelegation Judeko umgesetzt hat. Gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern und BMX-Experten wie Florian Gert Radu haben die Jugendvertreter ein Konzept für den Skatepark ausgetüftelt, ihn geplant und bis zur Fertigstellung begleitet. Der Gemeinderat hat sich quer durch alle Fraktionen demonstrativ vor das Projekt gestellt. Auch als der Park zwischendurch um einige Zehntausend Euro teurer wurde, gab es kein Vertun – das Geld wurde bewilligt.
Die anwesenden Judeko-Mitglieder sind während der Eröffnungsfeier entsprechend gut drauf und auch ein bisschen erleichtert, dass gleich am ersten Tag soviel los ist. Sprecherin Anna Rosenberger spricht staatstragend von „einem großen Tag für uns“ und erzählt, man habe unter den Jugendlichen in Kornwestheim schon fleißig die Werbetrommel gerührt. Auch dass der Skatepark pünktlich zum schon vor Monaten geplanten Eröffnungstermin fertig gestellt wurde, freue sie sehr. „Das ist richtig cool geworden“, finden Erdem Bulmus und Vidya Punani, zwei noch recht neue Judeko-Mitglieder.
Gerade BMX hat in Kornwestheim Tradition, das merkt man am hohen Niveau der Tricks auf der Skateanlage. Auch Radu bestätigt das. Der 43-Jährige BMX-Experte spricht mit Blick auf die Rampen von „tollen Talenten“. Nicht zuletzt ein Blick auf die Vereinslandschaft mit ihren sehr erfolgreichen – wenn auch teils in anderen BMX-Sparten fahrenden – Athleten zeigt das.
Die Judeko-Mitglieder werden sich nun neuen Projekten zuwenden, wie sie berichten. Unter der B-27-Brücke, die neu gebaut wird, sollen wohl ein Basketballplatz und ein Fußballfeld entstehen, hier sprechen sie ebenfalls beratend mit. Am Skatepark selbst fehlt nun nur noch etwas Grün, wie der Tiefbau- und Grünflächen-Fachbereichsleiter Dirk Maisenhölder erzählt. Außerdem sollen noch überdachte Sitze und Bänke neben die Anlage gebaut werden. Die Kornwestheimer Firmen Sata und Große-Vehne haben hierfür bereits Mittel zugesagt.