Skatepark in Stuttgart-Botnang Wasserspender und Toiletten kommen

Der Skater Bruno Hochwald kommt häufig mit seinem Vater, der sich auch im Projekt engagiert, nach Botnang. Foto: Marta Popows/a

Stuttgarts wohl beliebtester Outdoor-Skatepark erhält dank eines Beteiligungsprojekts Toiletten, einen Wasserspender und Sonnensegel. Vorerst nur über den Sommer, aber die Nutzer dürfen nun weitere Vorschläge machen. Gefragt sind jetzt engagierte Jugendliche.

Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse, aber in einem aufgeheizten Skatepark wie an diesem Donnerstagabend in Botnang ist es neben dem kostenlosen Grillkäse und der Bratwurst vor allem der Wasserspender, der die schwitzenden Sportler freut. Die kleine Anlage an der Beethovenstraße ist ein sehr beliebter Outdoor-Park. Bislang gab es hier jedoch weder Toiletten noch Schattenspender geschweige denn einen Trinkbrunnen. Das soll sich diesen Sommer ändern.

 

„Ihr braucht heute kein Abendessen mehr“, sagt Alberto Company. Gut gelaunt steht der Leiter des Kinder- und Jugendtreffs Botnang hinter dem heißen Gasgrill und wendet das Bratgut, packt es in Brötchen und reicht es seiner jungen Kundschaft. Die kleine Veranstaltung dient einem langfristigen Ziel. Gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit, der Projektgruppe des Jugendrats und einer Skateboard-Vätergruppe will Company herausfinden, was Kinder und Jugendliche und deren Eltern sich für ihren Park wünschen, und sie hoffen auf rege Beteiligung.

Als Toilette dienten Zaun und Waldrand

Der Skatepark hinter der Tennisschule an der Beethovenstraße besteht seit circa zehn Jahren. Die helle Betonfläche liegt exponiert in der Sonne ohne besagten Schatten oder Trinkbrunnen. An heißen Sommertagen wie zuletzt, ist es hier auch ohne sich zu bewegen kaum auszuhalten. „Seit es die Anlage gibt, gab es den Wunsch nach Wasser, Toiletten und einem Sonnenschutz“, sagt Tobias Maucher von der Mobilen Jugendarbeit.

Da zu Coronazeiten vor allem Individualsportarten einen Boom erlebt haben, sind auch die Skateparks voller geworden. Skateboarding, Stuntscooter aber auch Inliner und BMX-Fahrer haben zahlenmäßig zugenommen. Als Toilette dienten in Botnang seit jeher Zaun und Waldrand. Nun stehen seit einiger Zeit zumindest zwei Dixi-Toiletten am Parkplatz. „Vor gut einem Jahr kam bei Jugendlichen die Idee auf, darauf eine Dirt-Track-Anlage für Mountainbiker zu errichten. Ich sagte, das geht auf keinen Fall ohne Sanitäranlagen“, betont Alberto Company. Die Realisierung der Radanlage zieht sich bei der Stadt Stuttgart in die Länge, aber die Toiletten stehen bereits. „Darüber hat man sich auch bei der Tennisschule gefreut, denn ständig fragen dort Leute, ob sie aufs Klo dürfen“, sagt Company, der davon ausgeht, dass hier mit steigendem Angebot künftig noch mehr los sein wird.

Am Bauwagen hängt eine Liste, in die man sich eintragen kann

Damit alles in geregelten Bahnen verläuft, soll das Projekt schnell in die Gänge kommen. Am aufgestellten Bauwagen hängt eine Liste, in die man Vorschläge und seinen Kontakt eintragen darf oder man wendet sich per E-Mail an botnang@jugendhaus.net. „Wir wollen ein möglichst großes Netzwerk aufbauen“, sagt Tobias Maucher. Und das bald, denn zumindest testweise soll es das Wasserangebot aus dem Bauwagen und Sonnensegel bis Ende September geben. „Die Segel muss man beispielsweise abbauen, wenn Gewitter angesagt sind“, sagt Company. Im besten Fall betreut das dann eine Gruppe älterer Sportler und Eltern. Denn auch wenn Geld aus den Verfügungsfonds von Bezirksbeirat und Sanierungsgebiet für die Ausstattung komme, macht Alberto Company auch klar, dass die Nutzerinnen und Nutzer Einsatz zeigen und nicht nur fordern sollten: „Sie müssen auch etwas für ihren Park tun.“

Weitere Themen