Mehr als 350 Zuhörerinnen und Zuhörer sind zum „Meister-Schüler Konzert“ mit der Überschrift „Klassik Vital“ in die Gemeindehalle Weil im Schönbuch gekommen und waren restlos begeistert. Fast zwei Stunden lang spielte das heimische junge Streichorchester Seite an Seite mit dem Stuttgarter Kammerorchester (SKO) Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Max Bruch, Bedrich Smetana und Katharina Baker und kam am Ende nach minutenlangem Applaus selbstverständlich nicht ohne Zugabe von der Bühne.
„Bei uns darf der Nachwuchs nicht nur den Ball tragen, sondern selbst mitspielen“, zog Erich Scheungraber, Leiter des Jungen Streichorchesters Weil im Schönbuch, einen Vergleich zum Sport. Und es war wirklich erfrischend zu sehen, wie die Mädchen und Jungen ab sechs Jahren mit strahlenden Augen zusammen mit ihren großen Vorbildern um SKO-Konzertmeisterin Susanne von Gutzeit und den israelischen Violonisten Ofer Canetti musizierten. Möglich machte dieses erneute „Meister-Schüler Konzert“, das zweite in Weil im Schönbuch seit dem Jahr 2019, die vor einigen Jahren ins Leben gerufene patenschaftliche Begleitung und Förderung der musikalischen Arbeit der Freien Musikschule Weil im Schönbuch durch das Stuttgarter Kammerorchester.
Initiiert wurde der gemeinsame Auftritt durch das Zusammenspiel von Jungem Streichorchester Weil im Schönbuch, Kulturkreis Weil im Schönbuch und Gemeinde Weil im Schönbuch. Deren Bürgermeister Wolfgang Lahl setzte sich maßgeblich für eine Wiederholung der bereits vor fünf Jahren äußerst erfolgreichen Veranstaltung ein und gehörte selbstverständlich auch diesmal zu den Zuhörern. „Ich begrüße sie zu einem musikalischen Familienfest“, hieß Kulturkreisvorsitzender Gerd Kaufholz das zahlreiche Publikum willkommen und versprach mit einem „tollen, wunderbaren Konzertabend“ wahrlich nicht zu viel.
Den Anfang machten die Gastgeber, zunächst nur von einigen wenigen Musikern aus der Landeshauptstadt unterstützt, mit dem Stück „Matilda’s Kitchen Suite“, das die Britin Katharina Baker eigens für Schülerquartette komponiert hat. Schon etwas voller wurde es auf der von zahlreichen Helfern in der Weil im Schönbucher Gemeindehalle errichteten Bühne bei „Kol Nidrei“ von Max Bruch, das bei Juden traditionell am Vorabend des Versöhnungsfestes Jom Kippur erklingt. Gefolgt von Mozarts „Nachtmusik“ als erstem absoluten Höhepunkt, bei dem SKO und junge Streicher gemeinsam alle Register des streicherischen Orchestrierens zogen. Nach der Pause präsentierten die Musiker außerdem mit Bedrich Smetanas Quartett „aus meinem Leben“ den vitalen, satten Klang des SKO – ein purer Genuss –, und stehende Ovationen begleiteten die Tonkünstler in den Abend.