Smartwatches von Apple, Huawei und Samsung im Test Wer tickt smarter?

Von Steffen Haubner 

Apple gegen Samsung gegen Huawei – Wir haben die digitalen Uhren der führenden Hersteller einem Vergleich unterzogen.

Smartwatches sind vor allem beim Hobbysportlern beliebt. Foto: 121128203
Smartwatches sind vor allem beim Hobbysportlern beliebt. Foto: 121128203

Stuttgart - Smartwatches empfehlen sich als Begleiter beim Sport und in allen Lebenslagen. Per GPS zeichnen sie zurückgelegte Strecken auf, ein Pulsmesser überwacht ständig die Herzfrequenz. Sogar einem längeren Schwimmtraining halten die digitalen Uhren der neuen Generation stand. Jedes der Modelle hat jedoch seine ganz spezifischen Vor- und Nachteile.

Designkunst: Die Apple Watch 4

Die neue Apple Watch vor allem auf Gesundheitsfeatures Foto: dpa-tmn
Neue Apple Watch, neuer Prozessor. In der nunmehr vierten Version der Uhr zum iPhone ist es ein noch leistungsstärkerer S4-Chip. Er garantiert eine flüssige Bedienung – sei es über den Touchscreen, die seitliche Taste oder die „Digital Crown“, mit der man flott durch Apps und Menüs navigiert. Das Rechteckdesign mit den abgerundeten Kanten ist in seinem Minimalismus ein kleines Kunstwerk am Handgelenk. Indem das Display über die Ränder gewölbt und das Zifferblatt um auf 44 mm leicht vergrößert wurde, bleibt mehr Raum für Informationen. Naturgemäß arbeitet die Watch perfekt mit der Apple-Infrastruktur, also Mac, iPhone und der iCloud, zusammen. Leider aber auch nur damit. Android-Nutzer bleiben außen vor, selbst mit dem iPad lässt sich die Apple Watch nicht verknüpfen. Voraussetzung ist deshalb ein iPhone. Wer Musik hören will, ohne sein Handy mitzunehmen, ist auf Apple Music und iTunes angewiesen. Abgesehen von diesen Einschränkungen gibt es eine Vielzahl von kompatiblen Apps und Diensten. 16 GB interner Speicher bieten ausreichend Platz für Apps, Musik und Fotos. Die Uhr erkennt recht zuverlässig, welche Sportart man gerade ausübt und macht entsprechend Vorschläge. Mit einem elektrischer Herzsensor setzt die neue Apple Watch vor allem auf Gesundheitsfeatures. Varianten: 40 mm und 44 mm, GPS und GPS plus Mobilfunk; Preis: ab 429 Euro Plus: sehr elegantes Design, sehr viele kompatible Apps, Top-Verarbeitung Minus: läuft nicht mit Android, hoher Preis

Totale Freiheit: Samsung Galaxy Watch

Das Display der Samsung Galaxy Watch ist gestochen scharf Foto: dpa-tmn
Wie die Apple Watch gibt es auch von der Galaxy Watch gegen Aufpreis eine LTE-Version mit eigener SIM-Karte. Damit kann man das Smartphone zuhause lassen und trotzdem Anrufe und Nachrichten empfangen. Getestet wurde die Variante 42-mm-Variante ohne LTE. Der neue Exynos-9110-Prozessor soll laut Hersteller dafür sorgen, dass der Akku bis zu fünf Tage durchhält. Das ist allerdings sehr von der Nutzung und den Funktionen abhängig. Bei intensivem Gebrauch sollte die Galaxy Watch alle zwei Tage ans Netz. Der Sprachassistent Bixby soll in Kürze auch Deutsch verstehen, dann werden sich auch Smarthome-Geräte bequem via Uhr steuern lassen. Für die Einrichtung auf anderen Android-Modellen (im Test ein Honor 10) oder unter iOS (im Test ein iPhone XS) muss man etwas mehr Geduld aufbringen. Dafür stehen einem jede Menge Apps und Dienste Wahl. So dauert es ein paar Tage, bis man sich in die Benutzerführung eingearbeitet hat. Die Uhr selbst glänzt mit toller Bedienbarkeit. Das hat sie vor allem der Lünette zu verdanken. Der drehbare Außenring lässt sich leicht mit einer Hand bedienen – insbesondere beim Sport von Vorteil. Auch optisch gibt sich die Galaxy Watch sportlich, selbst in der eleganteren Gold-Version. Das Display ist gestochen scharf und lässt sich je nach Geschmack und Anlass umgestalten. Für technikaffine Android-Nutzer ist die Galaxy Watch erste Wahl. Varianten: 42 und 46 mm, GPS und GPS plus Mobilfunk; Preis: ab 299 Euro Plus: sportliches Design, intuitive Bedienung, kompatibel mit Android und iOS, Top-Verarbeitung Minus: Ersteinrichtung und Funktionen teilweise etwas kompliziert

Sportlich nüchtern: Huawei Watch GT

Die Huawei GT ist keine vollwertige Smartwatch, sondern eine ausgewiesene Sportuhr Foto: Hersteller
Die Huawei GT besitzt ein rundes, solide verarbeitetes Gehäuse aus Edelstahl. Allein die beiden sehr auffälligen Bedienknöpfe an der rechten Seite deuten darauf hin, dass es sich um keine gewöhnliche Armbanduhr handelt. Auf eine Lünette oder Krone verzichtet die Uhr: Huawei bietet keine vollwertige Smartwatch an, sondern eine ausgewiesene Sportuhr. Entsprechend sind die wichtigsten Sportarten inklusive Schwimmen als Aktivitäten vorinstalliert. Aufgezeichnet werden Tempo, zurückgelegte Distanz, Herzfrequenz, Gesamtanstieg und Höhe, Schrittanzahl und verbrauchte Kalorien. Ein abgespecktes Betriebssystem namens OS Lite bringt aber einige Einschränkungen mit sich: Man kann keine Musik speichern oder fernsteuern, keine Nachrichten beantworten und auch nur sehr eingeschränkt anzeigen, freies Belegen der Knöpfe ist nicht vorgesehen. Zudem ist nur Bluetooth an Bord, kein WLAN. Bei den Apps muss man sich mit Huawei Health zufrieden geben. Mit GoogleFit, Jawbone UP und MyFitnessPal gibt es lediglich drei Dritthersteller-Apps, die derzeit unterstützt werden. Das hat aber auch einen Vorteil: Die Bedienung ist einfach und intuitiv, und mit den Huawei-Diensten hat man alles, was man für sportliche Aktivitäten braucht. Zudem hält der Akku der Huawei Watch GT rekordverdächtig lange durch: Fast 24 Stunden bei vollem Einsatz und bis zu einem Monat, wenn man auf die ständige Kopplung mit dem Handy verzichtet.

Varianten: 22 mm, diverse Armbänder; Preis: ab 199 Euro Plus: günstig, Bedienung sehr intuitiv, langlebiger Akku Minus: wirkt recht klobig, kaum kompatible Apps