Olga-Areal in Stuttgart Die Stadt will nun improvisieren

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Nach holprigen Planungen sucht das Jugendamt nun einen Träger für das Stadtteil- und Familienzentrum auf dem Olga-Areal in Stuttgart.

Die Räume für das geplante Stadtteil- und Familienzentrum sind eigentlich zu klein. Die Stadt Stuttgart will nun trotzdem daran festhalten. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Räume für das geplante Stadtteil- und Familienzentrum sind eigentlich zu klein. Die Stadt Stuttgart will nun trotzdem daran festhalten. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Man habe „gewisse Hürden“ überwinden müssen für das Stadtteil- und Familienzentrum, das räumte Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses ein. „Aber die kriegen wir nun in den Griff.“

Um genau zu sein, sind es drei Hürden, die es bei dem geplanten Stadtteil- und Familienzentrum (SFZ) auf dem neuen Olga-Areal zu überwinden gibt: Die Höhe der Miete, die Finanzierung einer pädagogische Fachkraft und die Räume, die zu klein geplant wurden. Es sind nur 100 statt der geforderten 150 Quadratmeter.

Bürgermeisterin Fezer will Tempo machen

Der Verein Olgäle 2012 hat zwar angeboten, die Gemeinschaftsräume der Baugemeinschaft namens Olga 07 an das Zentrum abzugeben. So einfach ist das aber wohl nicht: „Ich kann nicht einfach sagen, das sind jetzt die Räume des SFZ“, sagte Oliver Herweg vom Jugendamt. Auch wenn man diese Lösung in den weiteren Planungen durchaus berücksichtigen möchte.

Fezer will nun „Tempo machen“ und direkt mit der Ausschreibung für die Kita und das SFZ beginnen, um zügig einen Träger dafür zu finden. Sie betonte aber, dass die Stadtteil- und Familienzentren eben eine „Marke“ der Stadt Stuttgart seien, weshalb man eigentlich die Standards dafür einhalten wollte. Auch Herweg sagte, man sei selbst etwas unzufrieden, denn für „ein gutes SFZ braucht es mindestens 150 Quadratmeter. Jetzt müssen wir improvisieren.“ Es gebe durchaus Zentren in Stuttgart, die kleiner sein, wie zum Beispiel das SFZ in Vaihingen. Dort sei die tägliche Arbeit aber dadurch sehr erschwert.

Wie kam es zu der falschen Raumplanung?

Wie es zu der falschen Raumplanung kam, fragte Christian Walter von der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus. Das ließ sich wohl nicht mehr exakt klären: „Wir haben die Planung minutiös aufgelistet“, sagte Heinrich Korn, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. Man habe unterwegs öfters bei der Größe der benachbarten Kita „gewankt“. Diese sei viergruppig vorgesehen gewesen, werde nun aber größer. „Einen Schuldigen in dem Sinn gibt es also nicht“, sagte Korn. Finanziell arbeite man nun an einer „Einzelfalllösung“. Walter zeigte sich auch irritiert, über die Miete in Höhe von 18 Euro pro Quadratmeter. „Da musste ich schon schlucken.“

Die Stadträte befürworten nun mehrheitlich eine zügige Planung: „Es ist ärgerlich, dass es so passiert ist, das ist für alle Beteiligten klar“, sagte Gabriele Nuber-Schöllhammer (Grüne). „Sie müssen jetzt das Konzept erstellen und schauen, wie Sie das mit den Räumen hinkriegen, so dass es auch fachlich gut ist.“ Judith Vowinkel (SPD) begrüßte, dass es nun ein SFZ werde und nicht mehr nur von einem „Nachbarschaftszentrum“ die Rede sei. „Das ist für den Stadtteil und das Quartier wichtig.“ Auch Rose von Stein (Freie Wähler) befürwortete, dass man nun mit der Suche nach einem Träger beginne. „Schön, dass es jetzt eine Lösung gibt.“ Die CDU habe „großes Interesse“, dass es die Kita und das SFZ gebe, sagte Klaus Nopper.

Reinhard Möhrle, Bezirksvorsteher im Westen, wies daraufhin, dass es „ schwierig war, bis alles in die Gänge kam“. Man müssebesonders den Verein Olgäle 2012 und die Baugemeinschaft loben, weil sie sich derart eingebracht hätten.

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