Soko Stuttgart Einblicke in den „Soko-Bus“ – Hier ziehen sich die Serienstars zurück

Wo der „Soko-Bus“ steht, können die Dreharbeiten nicht weit sein. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Filmteam der ZDF-Krimiserie „Soko Stuttgart“ fällt bei Außendrehs überall auf – und das liegt vor allem an dem ehemaligen SSB-Bus, der ein ständiger Begleiter der Schauspieler ist. Wir haben einen Blick ins Innere geworfen.

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Er sieht aus wie einer der vielen Busse der SSB und doch ist er etwas Besonderes: wenn der Bus mit dem roten „Soko Stuttgart“-Schriftzug und dem Fernsehturm darauf in der Region Stuttgart parkt, ist klar: hier wird für die ZDF-Krimiserie gedreht. Dieses Mal steht der „Soko-Bus“ eingepfercht zwischen Baustellen in der Augustenstraße gegenüber des Merlin Kulturzentrums. Passanten bleiben neugierig stehen, versuchen einen Blick ins Innere zu erhaschen. In der Nähe des Busses steht ein Catering-Wagen, der das Filmteam stets mit Essen versorgt. Von Schauspielern oder Kameraleuten ist jedoch zunächst nichts zu sehen. Denn der eigentliche Drehort ist beim Künstlerhaus in der Reuchlinstraße. „Der Innenhof des Künstlerhauses gehört in der Folge zu einer Druckerei. Die Verlegerin wurde ermordet“, erklärt Franzi Hoffart, Pressesprecherin der für die Serie verantwortlichen Produktionsfirma Bavaria Fiction.

 

Das Make Up von Astrid M. Fünderich wird im Soko-Bus Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski

Für den Außendreh ist an diesem kalten Wintertag ein Team von 50 Leuten im Einsatz, manchmal sind es auch 60 bis 70. Acht Schauspieler und Schauspielerinnen sind bei der Szene dabei. Betritt man den ehemaligen SSB-Bus, der unter dem Name O 405 G produziert wurde, mit Winterjacke wird es schnell zu warm. Denn die Darsteller und Darstellerinnen ziehen sich hier um. In der Mitte des Busses sind die verschiedenen Outfits aufgehängt, die sie an diesem Tag benötigen. Sie sind nach ihren Rollennamen sortiert. Bei „Jo“ hängt beispielsweise die charakteristische braune Lederjacke, die der von Peter Ketnath verkörperte Kriminalhauptkommissar häufig trägt. Meist haben die Garderobierinnen mehrere Outfits vorbereitet, denn es kann sein, dass an einem Tag unterschiedliche Szenen gedreht werden, die in der Serie verschiedene Tage zeigen sollen. Zwei Garderobierinnen und eine Praktikantin sorgen dafür, dass die Outfits der Schauspieler bereit liegen. Über ein Funkgerät halten sie sich auf dem Laufenden, wie es am Set läuft. Heute werden zusätzlich wärmende Utensilien benötigt, die man unter der Kleidung tragen kann. Auch kleine Bügelbretter und Bügeleisen stehen bereit, falls ein Kostüm geglättet werden muss.

Um die Mittagszeit kommt Hauptdarstellerin Astrid M. Fünderich, die bei der Soko Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert spielt, in den Bus. Zuvor hat sie sich am Cateringwagen mit Pasta, Salat und einer Spekulatiuscreme gestärkt. Nun muss ihr Make Up aufgefrischt werden. Zwei Plätze zum Schminken und Frisieren gibt es nebeneinander, die Ablagen sind übersäht mit verschiedenen Kosmetikartikeln. Direkt daneben kommt auch schon der Bereich, in dem man sich umziehen kann. Florian Wünsche, der in der Serie den Rechtsmediziner Dr. Benedikt Förster spielt, streift sich gerade den weißen Schutzanzug ab. „Das ist alles viel Improvisation, Luxus darf man hier nicht erwarten“, sagt Astrid M. Fünderich mit einem Lachen. Sie nimmt Platz und bekommt von der Maskenbildnerin mit der Air-Brush-Pistole ein wenig Gesichtswasser aufgesprüht. Anschließend wird ihre Frisur wieder zurechtgezupft. „Im Sommer war es hier im Bus oft brütend heiß, aber inzwischen haben wir eine funktionierende Klimaanlage“, erzählt die Schauspielerin weiter. Sie ist seit Beginn von „Soko Stuttgart“ im Jahr 2009 mit dabei. Der Bus wurde im Jahr 2010 angeschafft und ist seitdem bei den Außendreharbeiten Masken-, Kostüm- und Aufenthaltsmobil in einem. Viel gequatscht und gelacht werde hier, verrät Fünderich, was auch manchmal schwierig sei, wenn man im hintersten Teil des Busses versuche, den Text zu lernen.

Der Fotograf Markus Fenchel fährt den Bus seit 14 Jahren unfallfrei von Drehort zu Drehort. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski/Leif Piechowski

Während es zur Mittagszeit noch entspannt im Bus zugeht, weil die Darsteller zu unterschiedlichen Zeiten in die Pause gehen, ist es morgens wuselig. Zwischen 6 und 7 Uhr geht es los mit dem Umziehen und Schminken. Zuvor hat Markus Fenchel dafür gesorgt, dass der Bus an Ort und Stelle steht. Er ist eigentlich der Standfotograf, der die Filmcrew am Set stets begleitet und die Bilder zu den Szenen macht. Doch da er auch über einen LKW-Führerschein verfügt, kam Produktionsleiter Rolf Steinacker vor 14 Jahren auf die Idee, sich einen großen Bus für die Außendrehs anzuschaffen. „Sonst müssten wir immer mit drei Fahrzeugen zu den Drehs fahren, das ist umständlich“, erklärt Steinacker die Idee. Bei der SSB wurde er fündig und kaufte den Gelenkbus, der etwa 18 Meter lang ist. Wo Fenchel mit dem „Soko-Bus“ unterwegs ist, wird er von den echten SSB-Busfahrern und Straßenbahnern begrüßt. „Ich habe sie einfach immer zurückgegrüßt, um nicht unhöflich zu sein. Inzwischen wissen sie, was für ein Bus wir sind“, sagt Fenchel mit einem Schmunzeln. Oft werde er auch von Passanten mit einem Busfahrer der SSB verwechselt und gefragt, wann oder wohin der Bus fahre.

Den Gelenkbus durch die Stuttgarter Straßen oder die Esslinger Altstadt zu lenken, kann schon eine Herausforderung sein. Die Baustellen überall machen es nicht einfacher. „Neulich sind wir den Kappelberg rückwärts hoch gefahren, da hätte es nicht enger sein dürfen“, erzählt Fenchel. „Aber unser Fahrer kommt komischerweise immer überall hin“, ergänzt Steinacker. Auch bei der Sternwarte in Stuttgart schaffte es der Fotograf irgendwie zu wenden, um vorwärts den Berg runterfahren zu können. Bei all den riskanten Manövern ist Fenchel doch all die Jahre unfallfrei geblieben. Allerdings hängt von ihm auch viel ab, da niemand sonst im Filmteam einen LKW-Führerschein besitzt und den Bus fahren kann. „Krank werden darf ich nicht“, sagt er. Denn dann würde dem Filmteam der ständige Begleiter fehlen.

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