Soko Stuttgart Kriminaltango – auf Mörderjagd in der City

Von Martin Haar 

Soko Stuttgart ist wieder im Einsatz. Die Vorabendserie des ZDF dreht einen Teil der 178. Folge in der Tanzschule Burger-Schäfer.

Manon Straché, Peter Kremer    und der Tanzlehrer Jörg Galitz (links) Foto: Lg/Achim Zweygarth
Manon Straché, Peter Kremer und der Tanzlehrer Jörg Galitz (links) Foto: Lg/Achim Zweygarth

Stuttgart - Tatort Stuttgart. Nein, falsche Assoziation. Es geht nicht um die ARD-Kommissare Lannert und Bootz. Hier ermittelt die Soko Stuttgart im ZDF. Und wie immer, wenn die Damen und Herren der Sonderkommission dem Mörder auf der Spur sind, flimmern später schöne Stuttgart-Bilder über den Bildschirm.

Auch in den Folgen 176 bis 179 der Vorabendserie. Zwölf authentische Drehorte hat der Produzent Oliver Vogel ausgewählt. Einen davon mitten in der City. Der frühere Hindenburgbau, vis-à-vis vom Hauptbahnhof.

Die Soko-Kommissare ermitteln in einer Tanzschule. Der Mörder hatte es auf eine Amateur-Tänzerin abgesehen. Was liegt näher, ihn auf dem Parkett zu suchen – in der Tanzschule Burger-Schäfer. „Eine der schönsten Tanzschulen in Stuttgart“, wie Hansgert Eschweiler, Sprecher der Bavaria-Film, sagt: „Die Räume der Tanzschule sind sehr attraktiv.“ Das hört Inhaber Jörg Galitz gerne. Da verschmerzt er es locker, das die Mimen, Techniker und Regisseure seine Tanzschule beinahe drei Tage annektieren. Für ihn ist es auch nichts Besonderes mehr, hinter die Kulissen der Filmarbeiter zu blicken. Er weiß, wie mühsam Filmarbeit sein kann. Der Tanzlehrer aus Stuttgart hat sein Fachwissen bereits bei anderen Bavaria-Produktionen einbringen können. Zum Beispiel in der Vorabendserie „Dr. Klein“ mit Christine Urspruch, die vielen besser aus dem ARD-Münster-Tatort als Alberich bekannt ist.

Ein Tag Dreharbeiten für 5.45 Minuten Sendezeit

Galitz, der die Tanzschule Burger-Schäfer, vor drei Jahren von Heino Schückens übernommen hat, weiß also, dass Serien-Drehtage Hundstage sein können. Hartes Brot. Von morgens um sieben mit dem Beginn der Maske bis abends um sieben, wenn die letzte Klappe fällt. Zehn Stunden brutto für 5.45 Minuten Netto-Sendezeit am Vorabend. Insgesamt braucht das Soko-Team für die kommenden vier Folgen 26 Drehtage, sechseinhalb pro Folge.

Auch bei diesem Dreh wiederholen die Schauspieler ihre Sequenzen gefühlte 1000 Mal, bis die Einstellung sitzt. Manon Straché und Peter Kremer („Siska“) treiben ihre Kunst zur Perfektion. Aber irgendwann ist auch bei Peter Kremer Schluss mit der Liebe zum Detail. „Ich hab ziemlichen Hunger“, knurrt er nach Rumba, Walzer und Quickstepp. Der Mann weiß, dass Frikadellen mit Paprika, Brokkoli und Kartoffeln auf ihn in der Kronenstraße warten. Auch auf den Chef. Denn Jörg Galitz ist nicht nur stiller Beobachter. Er ist für die Choreografie der zehn Tanzpaare zuständig, die als Statisten durchs Bild huschen.

Obwohl die Tänzerinnen und Tänzer nur kurz oder im Hintergrund zu sehen sind, ist Galitz generell froh, „dass Tanzen durch so eine prominente Serie wieder mal in den Vordergrund rückt“. Er ist sich sicher: „Das spricht sich in der Stadt herum.“ Dass seine Tanzschule zum Tatort wird, sei eine tolle Sache. Nur eines hätte er anders gemacht: Der Titel der Soko-Folge heißt Wechselschritt. Jörg Galitz fände Kriminaltango viel besser.

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