Sommersonnenwende Der längste Tag des Jahres

Was ist die Sommersonnenwende? Foto: Volodymyr Martyniuk/Shutterstock
Was ist die Sommersonnenwende? Foto: Volodymyr Martyniuk/Shutterstock

Am 21. Juni 2021 ist Sommersonnenwende. Was ist das genau und welche Bedeutung hat dieses Datum? Wir haben die wichtigsten Infos.

Digital Unit : Katrin Klingschat (kkl)
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Was ist die Sommersonnenwende eigentlich?

Zur Sommersonnenwende steht die Sonne an ihrem höchsten Punkt. Andere Namen für dieses Ereignis sind auch Solstitium oder Mittsommer. Zur Sommersonnenwende erreicht die Sonne die größte Mittagshöhe über dem Horizont und markiert damit den astronomischen Sommeranfang.

Der längste Tag des Jahres

Sommersonnenwende bedeutet: Der 21. Juni 2021 ist der längste Tag des Jahres. In Stuttgart vergehen zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang ganze 16 Stunden und 10 Minuten.

Die Tageslänge schwankt jedoch, je nachdem wo man sich befindet: Je weiter nördlich, desto länger wird der Tag. In Reykjavík (Island) gibt es zur Sommersonnenwende 2021 beispielsweise knapp 21 Stunden Tageslicht, in Barcelona (Spanien) sind es nur rund 15 Stunden.

Vom nördlichen Polarkreis aus beobachtet (beispielsweise im Norden Finnlands, Schwedens oder Norwegens), geht die Sonne zur Sommersonnenwende gar nicht unter.

Wann ist die Sommersonnenwende?

2021 ist die Sommersonnenwende am 21. Juni, um genau 5:32 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis.

In der Regel findet die Sommersonnenwende in Deutschland am 21. Juni statt, manchmal jedoch auch am 20. Juni (2020, 2024). In der Vergangenheit fiel die Sommersonnenwende zum Teil auch auf den 22. Juni, dies wird in diesem Jahrhundert jedoch nicht mehr der Fall sein.

Der Zeitpunkt der Sommersonnenwende ist weltweit gleich – durch die verschiedenen Zeitzonen gelten in verschiedenen Ländern aber unterschiedliche Uhrzeiten. Der 21. Juni um 5:32 Uhr in Deutschland entspricht beispielsweise dem 20. Juni, 20:32 Uhr in Los Angeles.

Zudem ist die Juni-Sonnenwende lediglich auf der Nordhalbkugel die „Sommersonnenwende“. Auf der Südhalbkugel wird zum gleichen Zeitpunkt die Wintersonnenwende erreicht. Genau 6 Monate später (21. oder 22. Dezember) wird im Norden die Winter-, und im Süden die Sommersonnenwende erreicht.

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Bedeutung der Sommersonnenwende: Rituale und Bräuche

In vielen Ländern und Kulturen kommt den Sonnenwenden eine große Bedeutung zu. Vor allem in Skandinavien und im Baltikum spielen die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende eine große Rolle.

In Schweden ist „Midsommar“ für viele das bedeutendste Fest nach Weihnachten. Es wird traditionell mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn auf dem Land gefeiert. Dabei findet es allerdings nicht immer genau zur Sommersonnenwende statt, sondern an dem Samstag, der zwischen dem 20. und dem 26. Juni liegt.

Der Midsommardag ist zwar kein offizieller Feiertag, dennoch bleiben viele Läden geschlossen und viele Schweden haben frei. Die berühmte Mittsommerstange wird geschmückt und aufgestellt, um im Anschluss darum herum zu tanzen oder Spiele zu spielen. Ein Brauch zur Sommersonnenwende ist auch das gemeinsame Essen von Jungkartoffeln, Hering, Knäckebrot und Käse – für die Erwachsenen gibt es in der Regel auch den ein oder anderen Schnaps dazu. Mythen besagen außerdem, dass in der kurzen Mittsommernacht Elfen und Trolle erwachen und die Natur magische Kräfte entfalte – der Morgentau soll beispielsweise eine heilende Wirkung haben.

 

In den anderen skandinavischen Ländern sowie dem Baltikum ist der Mittsommertag oft dem Heiligen Johannes geweiht, weswegen in Dänemark und Norwegen beispielsweise das „Sankt-Hans-Fest“ gefeiert wird. In vielen Regionen, auch in Estland, Finnland und Lettland, gehören große Feuer zum Brauchtum dazu, um böse Geister oder Hexen zu vertreiben bzw. symbolisch zu verbrennen.

Doch auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Sonnenwendfeiern oder eng verknüpfte Johannis-Feiern verbreitet. Im früher heidnischen Mitteleuropa war die Sommersonnenwende von großer Bedeutung, durch die Christianisierung übernahm die Kirche manche der bereits bestehenden Sonnenwends-Bräuche für den Johannis-Feiertag. Selbst Stonehenge scheint einen Bezug zu diesem Zeitpunkt zu haben, denn den Architekten des Monuments ist es gelungen, die hufeisenförmigen Steinformationen exakt auf den damaligen Sonnenaufgang am Tag der Sommerwende auszurichten.

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