Das Residenzschloss Ludwigsburg ist eines der meistbesuchten Schlösser in Deutschland. Mit rund 300 000 Besuchern und einem Wachstum von 52 Prozent zieht Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg, eine positive Bilanz. „Mit diesen Zahlen müssen wir uns keinesfalls verstecken“, sagt Alberth. Insgesamt besuchten 3,6 Millionen Besucher die Monumente im Land. So steigerten sich die Besucherzahlen um 22,9 Prozent und können laut der Geschäftsführerin wieder an die Erfolge von 2019 anknüpfen. Die barocke Residenz in Ludwigsburg positioniert sich hinter dem Schloss und Schlossgarten in Schwetzingen und dem Schloss Heidelberg als das Monument mit der dritthöchsten Gästezahl.
Ausstellungen sind Publikumsmagnete
Hauptgrund dafür sei laut Alberth das Team. „Die Kreativität und das Engagement unserer Mitarbeiter lässt sich an den tollen Zahlen ablesen.“ Weiter seien die zahlreichen und vielseitigen Veranstaltungen ein Motor des Erfolgs. In Ludwigsburg sorgten in diesem Jahr unter anderem die Ausstellungen „Faszination Lego“ und „Luminious“ von Lein Löwentraut sowie die Schlossfestspiele für ein abwechslungsreiches Angebot.
Mehrere Dutzend Sonderführungen bietet das Residenzschloss an. Darunter auch „Living history“. Dabei erzählen historische Personen in den unterschiedlichen Räumen aus ihrer Sicht vom einstigen höfischen Leben. Das Angebot komme sehr gut an. „Es macht unsere Inhalte anschaulich. Die Besucher können selbst und in ihrem eigenen Tempo durchs Schloss gehen“, sagt Alberth.
Selbstbestimmt das Schloss erkunden
Die Nachfrage nach Möglichkeiten der selbstständigen Erkundung sei in letzter Zeit gestiegen. Mit der App „Monument BW“ haben die Staatlichen Schlösser und Gärten darauf reagiert. Besucher können sich in der App eine Erlebnistour auf ihr Smartphones herunterladen und sich individuell durch die Sehenswürdigkeiten führen lassen. Diese Möglichkeit gibt es unter anderem für die Schlösser Mannheim, Heidelberg und Bruchsal sowie die Grabkapelle auf dem Württemberg oder das Kloster Maulbronn. „Die App kommt ohne WLAN oder Empfang aus. Das ist in unseren Gebäuden ja häufig ein Problem.“Ab dem 6. April kann das Residenzschloss Ludwigsburg virtuell erkundet werden. Jeden zweiten Samstag im Monat gibt es die Möglichkeit, eine VR-Brille vor Ort auszuleihen und in sonst verschlossene Räume zu blicken. Für den virtuellen Besuch stehen das Abenteuerspiel „Das Mitternachtstheater“ und der virtuelle Rundgang „Geheime Wege“ zur Auswahl.
Mit der App „Monumente interaktiv“ kann man so auch von Zuhause aus hinter die verschlossenen Türen blicken. „Die digitalen Angebote führen dazu, dass Mauern sprechen und sorgen nebenbei für mehr Barrierefreiheit“, sagt Alberth.. So können auch Menschen mit motorischen Einschränkungen das Schloss erleben. Das Angebot ist ebenfalls für Menschen mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen sowie einer eingeschränkten Sprachfähigkeit entwickelt.
Breites Angebot für Kinder und Jugendliche
Alberth bezeichnet das Residenzschloss Ludwigsburg als Lernort. „Es ist spannender, hier die Geschichte zu erleben, als im Klassenzimmer aus einem Buch zu lesen.“ Das Schloss ist mit 573 Schulklassenbesuchen Spitzenreiter im Land. In diesem Jahr soll das Programm für Kinder und Jugendliche weiter ausgebaut werden. Weitere Schwerpunkte sind Nachhaltigkeit und die Steigerung des Erlebniswertes der Monumente in Baden-Württemberg durch individuelle Konzepte, um alle Zielgruppen anzusprechen.
Mehr als nur Schlösser und Gärten
Denkmäler
Insgesamt betreuen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg 63 Monumente im Land. Aufgabe ist es, die Denkmäler für die Gäste zu öffnen und die Geschichte der Orte zu bewahren und erlebbar zu machen. 2019 besuchten rund 4 Millionen Menschen diese Originalschauplätze in ganze Baden-Württemberg. Darunter befinden sich vielfältige Denkmäler rund um Stuttgart. Dazu zählen das Schloss Solitude, die Grabkapelle auf dem Württemberg, die Sammlung Domnick und das Kloster Lorch. Alle können vor Ort und digital erkundet werden.
Jubiläum
Das Kloster Maulbronn wurde vor 30 Jahren zum Unesco-Welterbe ernannt. Damit wurde die Einzigartigkeit der Klosteranlage belegt. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Vorlesungen wird das Jubiläum in Maulbronn gefeiert.