Sound of Sifi Musik, Show, Stimmung: Alles super!

Licht an, Vorhang auf: Der musikalische Nachwuchs bietet in der Sindelfinger Stadthalle eine Show vom Feinsten. Foto: Bernd Epple

Musik, Show, Stimmung: „Sound of Sifi“ geht in die zweite Runde und begeistert als ganz großes Event. Mit dabei sind Skin of Clazz aus Böblingen, andere „The Voice“-Gewinner und handverlesene Instrumentalisten, die Lust auf mehr machen.

Zahlreiche junge Musikfans vor der Bühne, die Spannung wächst, als in der abgedunkelten Sindelfinger Stadthalle hinter einer riesigen Leinwand vier Lichtkegel die Silhouetten der vier Vokalprotagonisten des Abends preisgeben. Vorgang hoch, Spot on – und ein riesiges Orchester füllt eindrucksvoll illuminiert die Bühne. Fette Klänge erfüllen den Raum und erste stimmgewaltige Visitenkarten dürfen vom Publikum in Empfang genommen werden.

 

Die jüngste Sängerin ist 15

Rund 75 Jahre Bühnenerfahrung aus vier Kehlen – zusammengerechnet versteht sich – sind die Sängerinnen Emma Filipovic („The Voice Kids“-Gewinnerin 2023), Claudia Emmanuela Santoso („The Voice of Germany“- Gewinnerin 2019), Skin of Clazz-Sängerin Jule Borchhardt und Felix Harer („The Voice of Germany“) doch alle in ihren Zwanzigern, Emma Filipovic ist sogar gerade erst mal 15 Jahre alt.

Begleitet wurde dieses Quartett, das in verschiedenen Konstellationen auftrat, von überaus versierten Instrumentalisten, handverlesen vom musikalischen Leiter und Perkussionisten Jonas Stephan. Der Skin of Clazz-Drummer und Musikstudent verließ sich auf das Ensemble, das er bereits 2021 für die erste Auflage von „Sound of Sifi“ zusammengestellt hatte.

Alles läuft wie am Schnürchen

Fast alle studieren an der Stuttgarter Musikhochschule, was bereits schon eine Antwort auf die Frage nach deren Klasse geben könnte. Ein Ensemble dieser Größe gilt es jedoch auch versiert leiten zu können. Und das ist zweifelsohne gelungen. Viel Erfahrung konnte Jonas Stephan unter anderem bei der Jungen Bühne Sindelfingen sammeln. Auch dort leitete er große Produktionen, wie zum Beispiel „Die Schwarze Mühle“ im vergangenen Sommer. Die Junge Bühne war an der Organisation dieser Show ebenso beteiligt, wie auch Hilmar Kalweit und Ingo Liedtke von der IG Kultur, sowie ein Team der Jugendbürgerstiftung Sindelfingen.

Alles lief wie am Schnürchen an diesem Abend. Nicht nur dass der Sound zu 100 Prozent stimmte, auch die Lightshow war vom Feinsten. Drei Streicher, drei Bläser, vier Perkussionisten, eine Backgroundsängerin, Bass und E-Gitarre sorgten allein schon für Furore und den perfekten Klang-Teppich für vier außergewöhnliche Stimmen.

Anerkennung vom Publikum

Eine rappende und singende Emma Filipovic, deren Stimme erstaunlich reif klang, strahlte ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Bühnenpräsenz aus. Sie und Claudia Emmanuela Santoso, die Indonesierin mit dem bestechend großen Frequenzspektrum und wunderbarem Timbre, waren wohl die größten Überraschungen, ohne die gesanglichen Qualitäten von Felix Harer und Jule Borchhardt schmälern zu wollen. Letztere trat vornehmlich mit ihrer Band Jules und Skin of Clazz in Erscheinung und glänzte – wie üblich – mit beiden Formationen.

Bereits in der Pause gab es anerkennende Worte von den Besuchern, unter denen auch die Herrenberger Sängerin Kiara Huber mit Leon Küting von Beat 32 auszumachen waren. „Echt cool, eine perfekte Technik, die komplette Show ist einfach mitreißend. Sehr vielseitig und abwechslungsreich!“, waren sie sich einig. „Total cool und voller jugendlicher Energie!“ befand auch eine ältere Dame aus Stuttgart.

Herzblut ohne Ende

In der zweiten Halbzeit schafften es die jungen Musiker sogar, noch eine Schippe draufzulegen. Skin of Clazz kam mit fulminanter Trommelarbeit zurück, ihr Saxofonist Julian Wirth zauberte aus seinem Instrument strahlende Klänge, und gegen Ende rockten nochmals alle vier Sänger*innen die Halle. Bedenkt man, dass die Band lediglich einmal instrumental geprobt, der Sound- und Lichtcheck und die erste Probe mit den Sänger*innen erst am Tag zuvor stattgefunden hat, bleibt nur ein „Chapeau!“.

Johannes Stephan, der Leiter der Bigband des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums, der mit Jonas und Anna-Lena (Violine) zwei seiner Kinder auf der Bühne erlebte, fand nur lobende Worte für das Format: „Es ist schön mit wie viel Herzblut die jungen Musiker ans Werk gehen. Alles ist bis ins letzte Detail geplant und liebevoll arrangiert. Jeder hängt sich voll rein und ich als Oldie, habe das Gefühl, dass nichts verloren geht!“

Alles in allem eine Show, die Zweifler am musikalischen Nachwuchs eines Besseren belehrt.

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