SPD in Stuttgart „Reißig zur Ordnung rufen“

Von wos 

Die Rücktrittsforderung des Stadtrats Andreas Reißig an Peter Conradi schlägt in der SPD hohe Wellen. Der Landesverband solle Reißig zur Ordnung rufen, fordern einige Genossen.

Mit seiner Aufforderung an Peter Conradi, die SPD zu verlassen, erntet Andreas Reißig Widerspruch. Foto: Achim Zweygarth
Mit seiner Aufforderung an Peter Conradi, die SPD zu verlassen, erntet Andreas Reißig Widerspruch. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die vom dem Stuttgarter SPD-Stadtrat Andreas Reißig an den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Conradi gerichtete Aufforderung, aus der SPD auszutreten, schlägt bei den Sozialdemokraten hohe Wellen.

In einem offenen Brief an die Parteimitglieder weisen Klaus Riedel und Hermann Schmid, zwei Vertreter des Kreises „SPD-Mitglieder-gegen-Stuttgart 21“, den Versuch zurück, „den verdienten Genossen Conradi aus der SPD zu drängen“. Der Landesvorstand müsse seinen Pressesprecher Reißig zur Ordnung rufen und sich von dessen Aussagen distanzieren. Bis jetzt haben mehr als 150 SPD-Mitglieder den im Internet veröffentlichten Brief unterzeichnet.

Wie berichtet, hatte Reißig den 79-jährigen Conradi, der den grünen OB-Kandidaten Fritz Kuhn unterstützt hatte, aufgefordert, „endlich die SPD zu verlassen“ und den ehemaligen Bundestagsabgeordneten als „Teil des Problems der Stuttgarter SPD“ bezeichnet. Falls Conradi nicht austrete, hatte Reißig ihm „Anstand und Verantwortungsbewusstsein“ abgesprochen.

Die eigene OB-Kandidatin Bettina Wilhelm habe die Wahl nicht wegen Conradi verloren“, heißt es in dem Brief. Sie sei „Opfer des desolaten Zustands der Stuttgarter SPD“ geworden, den vor allem die Gemeinderatsfraktion zu verantworten habe, der Reißig angehöre. Die Wähler vertrauten keiner Partei, deren Vertreter am „katastrophalen Bahnprojekt Stuttgart 21“ festhielten und neue Fakten ignorierten.