„Speis und Trank“ in Fellbach Viele Gäste, aber kein Gedränge

Ob Marmelade oder andere Köstlichkeiten: Auf der Messe in der Alten Kelter gibt es viel zu probieren. Foto: Gottfried Stoppel 6 Bilder
Ob Marmelade oder andere Köstlichkeiten: Auf der Messe in der Alten Kelter gibt es viel zu probieren. Foto: Gottfried Stoppel

Strahlende Gesichter bei der Messe „Speis und Trank“ in Fellbach: Sowohl die Ausstellerinnen und Aussteller als auch die Kundschaft sind zufrieden. Das reduzierte Konzept geht auf.

Fellbach: Brigitte Hess (hes)
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Fellbach - Das Bedürfnis ist da, das merkte man gleich um 11 Uhr morgens: Es waren am Samstag und Sonntag beachtliche Warteschlangen, die sich kurz vor der Öffnung vor der Alten Kelter in Fellbach bildeten. Trotz des schönen Herbstwetters. „Die Leute wollen was Neues entdecken, spazieren gegangen sind sie im Lockdown genug“, sagte Luca Salvatore, der gemeinsam mit seiner Partnerin Elena Strauss die Messe „Speis und Trank“ am Wochenende veranstaltet hat.

Viele Besucherinnen und Besucher wollten sich etwas Gutes tun. „Das letzte Hemd hat ja, wie man weiß, keine Taschen“, sagte etwa ein Gast, der sich mit Genießer-Produkten in guter Qualität, hergestellt von kleinen Manufakturen, eindeckte. Und Andrea Weissgerber, die „neue Eindrücke und Anregungen“ sammeln wollte, fand ihren Besuch „sehr angenehm“; das Ambiente in der Alten Kelter sei sowieso schön, „und die breiten Gänge ohne Gedränge machen den Besuch wirklich zu einem Vergnügen“.

65 statt 110 Aussteller

So einige Gäste schleppten volle Tüten mit sich herum. Etwa Eva Rein, die mit Tochter und Mann unterwegs war: „Wir kommen selbst aus der Gastronomie und sind immer interessiert an neuen Produkten. Wir wollen die Region unterstützen, und uns gefällt das Ambiente in der Alten Kelter und der persönliche Kontakt zum Hersteller“, sagte sie.

Bei seiner vierten „Speis und Trank“ hat Luca Salvatore die Zahl der Aussteller von sonst 110 auf 65 verringert; und besuchen durfte die Messe nur, wer eines der drei Gs nachweisen konnte (geimpft, genesen, getestet). Am Samstag waren es rund 3000 Gäste, am Sonntag nach Schätzungen des Veranstalters eher noch mehr.

Die Aussteller kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien. „In dieser Qualität bekommt man im normalen Handel nicht immer etwas“, stellte ein Besucher fest. Nach wie vor ein Renner war der Gin. Verschiedene kleine Anbieter präsentierten ihn in unterschiedlichen Varianten. Bei „Satoshi Spirits“ beispielsweise haben Thomas Neff und Alessandro Gregori London dry Gin mit den Schalen sizilianischer Blutorangen zu einer gelungenen Einheit destilliert. Den beiden Ludwigsburgern zufolge wurde ihr Gin ganz frisch von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit der höchsten Punktzahl prämiert.

Vermouth ist im Kommen

Den seit rund zehn Jahren bestehenden Gin-Boom könnte indes der Vermouth ablösen. Am Stand von „Rosebottle“ gab es ihn, ebenso köstliche und zum Teil sehr ausgefallene Essenzen zum selbst mischen von Limonaden. „Wir haben drei Bars in Ulm und stellen alle von uns dort angebotenen Produkte völlig ohne Zusatzstoffe selbst her“, sagte Julia Holzäpfel. Auch der Trend zu kalt gepressten Ölen ist ungebrochen. Natives Olivenöl aus Apulien bot Luca Salvatore mit seiner Partnerin an, mit dem Qualitätsprodukt unterstützt er zugleich einen befreundeten Olivenanbauer. Gleich 70 Öle hatte die Ölmühle Solling aus Boffzen bei Höchster im Angebot. Sogar ein Pflaumenkernöl konnte getestet werden – mit einem unverkennbaren Marzipan-Geschmack.

Wer bei Schokolade an die Schweiz denkt, sollte sich geschmacklich und gedanklich mal umorientieren – in Richtung Japan. Erst seit April besteht die kleine Manufaktur „Sendo chocolate“. Die Textur dieser japanischen Schokoladen ist cremig, sogar die dunkle mit 72 Prozent Kakao. Unter anderem gab es eine Sorte mit Matcha-Pulver und rosafarbene Schokolade, die aus fruchtigen rosaroten Kakaobohnen hergestellt wird.

Auch Kochzubehör gibt es

Aber auch die „Hardware“ war auf der „Speis und Trank“ zu finden. Beispielsweise kleine Tellerchen aus Steingut, die mit ihrer rauen Oberfläche zum Reiben von kleinen Mengen Parmesan, Knoblauch oder Ingwer bestens taugen. Oder Messer von „Ed Mahony“ aus Damaszenerstahl. „Der Stahl kommt aus Japan, die Messer werden in kleinen asiatischen Manufakturen gefertigt“, erklärte Susanne Hellwig. Und im Gegensatz zum Online-Kauf kann man diese Messer in die Hand nehmen und ausprobieren.




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