Spendebereitschaft weiter gering Jeder kann auf Organspende angewiesen sein

Von SIR/dpa 

Die Bereitschaft der Baden-Württemberger ein oder mehrere Organe zu spenden, ist gleichbleibend schlecht. Gesundheitsministerin Katrin Altpeter warb in Stuttgart für die Organspende.

Eine Organspende kann Leben retten. Und jeder könnte plötzlich darauf angewiesen sein. Foto: dpa
Eine Organspende kann Leben retten. Und jeder könnte plötzlich darauf angewiesen sein. Foto: dpa

Die Bereitschaft der Baden-Württemberger ein oder mehrere Organe zu spenden, ist gleichbleibend schlecht. Gesundheitsministerin Katrin Altpeter warb in Stuttgart für die Organspende.

Stuttgart - Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) hat für eine größere Bereitschaft zu Organspenden geworben. „Jede Organspende kann einem der rund 11.000 schwerkranken Patientinnen und Patienten, die in Deutschland auf ein Spenderorgan warten, das Leben retten“, sagte sie am Montag in Stuttgart.

 

In Baden-Württemberg stehen den Angaben zufolge derzeit 1346 Menschen auf der Warteliste. Die Organspendezahl waren in den vergangenen Jahren rückläufig, unter anderem nachdem 2012 in einzelnen Kliniken außerhalb Baden-Württembergs Manipulationen bei Wartelistendaten aufgedeckt wurden. Bundesweit lag sie im Jahr 2010 noch bei 1296. Im Jahr 2011 sank die Zahl auf 1200, im Jahr 2012 auf 1046 und im vergangenen Jahr schließlich auf 876.

Nicht mal jeder dritte Deutsche hat Organspendeausweis

Laut einer aktuellen Studie sind die meisten Menschen in Deutschland zwar zu einer Organspende bereit, aber noch nicht einmal jeder Dritte hat einen Organspendeausweis ausgefüllt. In Baden-Württemberg sei die Zahl der Spenden derzeit auf einem „stabil schlechten Niveau“, sagte Axel Rahmel von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Im Südwesten lag sie im Jahr 2010 noch bei 134, im vergangenen Jahr nur noch bei 98. Josef Theiss, Mitglied im Vorstand beim Verein Lebertransplantierte Deutschland, schloss sich dem Appell von Altpeter an.

Für die Patienten auf der Warteliste sei es wichtig, dass sich die Menschen mit dem Thema Organspende vorurteilsfrei auseinandersetzten. „Jeder von uns kann plötzlich auf eine Transplantation angewiesen sein“, sagte er. Am 7. Juni, dem Tag der Organspende, will das Ministerium in Zusammenarbeit mit der DSO und Patientenverbänden mit mehreren Veranstaltungen gezielt über das Thema informieren.