Spitzenplatz in der Europäischen Union Südwesten liegt im Forschungsvergleich vorn

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Keine Region in Europa gibt so viel Geld für Forschung und Entwicklung aus wie Baden-Württemberg. Doch andere Länder holen auf.

Investitionen in die Forschung: Das Fraunhofer-Institut hat 2017 in Stuttgart  einen eigenen Neubau bekommen. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky
Investitionen in die Forschung: Das Fraunhofer-Institut hat 2017 in Stuttgart einen eigenen Neubau bekommen. Foto: Lichtgut - Oliver Willikonsky

Stuttgart - CDU und SPD wollen sich bemühen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im Bund bis zum Jahr 2025 auf mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Diese Hürde hat Baden-Württemberg längst genommen. 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts investierte der Südwesten im Jahr 2015 in Forschung und Entwicklung und liegt damit an der Spitze in Europa. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Landesamts hervor. Verglichen wurden 98 Regionen in der Europäischen Union.

Niedersachsen holt auf

Auf Platz zwei im Ranking der europäischen Regionen kommt mit einer FuE-Intensität von 4,6 Prozent die Region Südösterreich (Kärnten und die Steiermark). Es folgt Ostschweden. Das Land Berlin kommt auf Platz vier mit 3,6 Prozent, Niedersachsen mit 3,5 Prozent auf Rang fünf. Bayern belegt mit einem Ausgabenanteil von 3,2 Prozent den achten Platz.

Im Zehn-Jahresvergleich hat Baden-Württemberg seine Forschungsausgaben von 4,1 Prozent im Jahr 2005 auf 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2015 erhöht. Niedersachsen dagegen steigerte in dem Zeitraum seine FuE-Investitionen von 2,2 auf 3,5 Prozent. Damit nehme der Vorsprung des Südwestens ab, erklären die Statistiker. Auch habe Baden-Württemberg nicht immer vorn gelegen. Im Jahr 2001 rangierte Berlin vor Baden-Württemberg, im Jahr 2007 teilte sich der Südwesten die Spitzenposition mit der Region Ostengland.

Bauer für Gründerkultur an Hochschulen

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) lobte alle Beteiligten, besonders die Unternehmen. Allerdings warnt sie: „Wir dürfen uns nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Andere Regionen Europas und erst recht in Ostasien wachsen schneller.“ Um die Spitzenposition langfristig zu verteidigen, müssten die Potenziale über einen effizienten Wissenstransfer zwischen Hochschule und Unternehmen kontinuierlich gestärkt werden. Bauer erklärt: „Gründerkultur muss sich vom Campus über das Land ausbreiten, hier entstehen die Innovationen für die Software- oder Medizinkonzerne von morgen. Hier müssen wir nach Kräften investieren.“