Sportgymnastik, TSV Schmiden Margarita Kolosov ist als Erste dran

Margarita Kolosov vor der nächsten Bewährungsprobe Foto: Eva Herschmann

Die Gymnastinnen vom Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik in Schmiden bereiten sich in Kienbaum auf die Weltmeisterschaften in Bulgarien vor. Und die 18-Jährige muss am nächsten Mittwoch in Sofia als Erste auf den Teppich.

Am Mittwochabend haben die Trainerinnen die Gymnastinnen in die Kältekammer geschickt – jeweils drei Minuten lang bei minus 110 Grad Celsius. „Das fördert die Durchblutung und die Regeneration“, sagt Sina Maier, die Standortmanagerin des Bundesstützpunkts für Rhythmische Sportgymnastik in Schmiden. Auch Schwimmbad und Whirlpool im Leistungszentrum in Kienbaum nahe Berlin werden von der Trainingsgruppe regelmäßig genutzt. Seit dem vergangenen Sonntag – und noch bis zu diesem Sonntag – bereiten sich die deutschen Spitzengymnastinnen im Trainingszentrum in Grünheide im Landkreis Oder-Spree auf die Weltmeisterschaften in Sofia vor, die am Mittwoch nächster Woche beginnen werden.

 

Bei minus 110 Grad Celsius: Die Gymnastinnen in die Kältekammer

Für Darja Varfolomeev, Margarita Kolosov und Melanie Dargel, die als Ersatzgymnastin die Vorbereitung in Deutschland mitmacht, sowie für Daniella Kromm, Alina Oganesyan, Anja Kosan, Francine Schöning und Hannah Vester von der Nationalgruppe, die allesamt in Schmiden trainieren, gibt es kein Entkommen. Ihr Stundenplan folgt festen Zeiten für Training und Regeneration. Und es gab am Mittwoch dieser Woche einen Test-Wettkampftag, der exakt dem Ablauf bei den Weltmeisterschaften gefolgt ist: Das frühe Aufstehen, die Ernährung, die ganze Vorbereitung ist identisch mit dem Ablauf am Wettkampftag in Sofia.

Der Erwartungsdruck, der vor den Weltmeisterschaften in der bulgarischen Hauptstadt auf den deutschen Gymnastinnen lastet, ist wohl so hoch wie noch nie. Die jüngsten Erfolge – drei Bronzemedaillen von Darja Varfolomeev bei den Europameisterschaften im Juni in Tel Aviv und der dritte Platz der Nationalgruppe beim World Challenge Cup Ende August in Cluj – wecken Begehrlichkeiten. Nichts wird deshalb dem Zufall überlassen. Und alle Übungen, die mit fünf Reifen und die mit drei Bändern und zwei Bällen der Nationalgruppe sowie die Übungen mit Reifen, Keulen, Ball und Band der Einzelgymnastinnen, wurden noch einmal verschärft, was den Schwierigkeitsgrad anbetrifft.

Auch die Sportpsychologin Karla Graf wird in Bulgarien dabei sein

Karla Graf, die Sportpsychologin, die seit Jahren die Gymnastinnen im Stützpunkt in Schmiden betreut, ist schon in Kienbaum mit dabei. In Sofia wird sie zusammen mit der Cheftrainerin Camilla Pfeffer die Nationalgruppe unterstützen. Denn die Co-Trainerin Judith Hauser ist im fünften Monat schwanger und bleibt diesmal zu Hause. „Und natürlich kümmert sich Karla Graf auch um Darja Varfolomeev und Margarita Kolosov, die vor Ort von Trainerin Yuliya Raskina betreut werden“, sagt Sina Maier. Auch die Teamärztin Christine Krauß von der Sportklinik in Bad Cannstatt wird zu den Wettkämpfen in die bulgarische Hauptstadt reisen. Mit Simon Kern, dem vertrauten Physiotherapeuten der Gymnastinnen, berichtet die Schmidener Standortmanagerin.

Auch Sina Maier wird in der Arena Armeec in Sofia sein. Am Eröffnungstag fliegen sie, ihre Mutter Andrea, Sina Waldenmaier und Barbara Bremes, beide Trainerinnen und Kampfrichterinnen, sowie Evgeniya Cherkasenko, die Trainerin aus Söflingen, zu den Weltmeisterschaften. „Wir sind als Fans dabei und werden unsere Gymnastinnen lautstark anfeuern.“ Mit dabei ist auch Isabell Sawade, die deutsche Teamchefin in Sofia. Allerdings sitzt sie in ihrer Eigenschaft als Kampfrichterin und im Auftrag des Technischen Komitees der Fédération Internationale de Gymnastique im Oberkampfgericht.

Darja Varfolomeev und Margarita Kolosov wollen ins Mehrkampffinale

Für Margarita Kolosov sind es die zweiten Weltmeisterschaften. 2021 in Kitakyūshū belegte die 18-Jährige den 16. Platz im Mehrkampf. Die Ansprüche, auch ihre eigenen, sind seit dem fünften Platz im Gerätefinale mit dem Ball in Tel Aviv sowie Rang sieben mit den Keulen gestiegen. „Ich möchte ins Mehrkampffinale und mehr“, sagt Margarita Kolosov, die im Juni in Berlin den nationalen Titel mit dem Band gewonnen hat. Das Mehrkampffinale will auch Darja Varfolomeev erreichen, die im November 16 Jahre wird, bei ihrer Weltmeisterschaftspremiere. „Außerdem möchte ich in ein Gerätefinale“, sagt die vierfache deutsche Meisterin. Ein Ziel, das auch die Nationalgruppe anstrebt.

Margarita Kolosov wird am Mittwoch, 9.30 Uhr Ortszeit, 8.30 Uhr hiesiger Zeit, die Welttitelkämpfe mit dem Reifen eröffnen. Wohl noch ohne Unterstützung der Fangruppe von Sina Maier. Am gleichen Tag sind die Auftritte der Gymnastinnen mit Keulen. Ball und Band folgen am Donnerstag, und am Freitag tritt die Gruppe zum Mehrkampf an.

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